Montag, 31. Oktober 2016

Einigkeit, Recht und Flamingos


 Ich habe das große Glück (oder Unglück, wie man es nimmt), jedes mal auf dem Weg zur Uni an unserem Stoffladen vorbei zu kommen. Genauer gesagt befindet er sich direkt gegenüber vom Bahnhof. Tja und da die Bahn nicht gerade für ihre Pünktlichkeit bekannt ist... Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie ich längere Wartezeiten überbrücke - Genau, mit Stöbern im Stoffladen ;-)

Bei so einem unplanmäßigen Stoffladen-Besuch entdeckte ich auch den coolen Flamingo-Sweat. Cool fanden ihn jedenfalls das Lieblingsmädchen und ich. Frau Nachbarin war da schon skeptischer, ob Madame ihn nachher wirklich toll finden würde.


Der Stoff wurde gekauft, auf dem Lillestofffestival zig mal bewundert und in enger Rücksprache mit meinem großen Lieblingsmädchen nach ihren Wünschen genäht. Taschen und Kordeln wie meine Hoodies sollte er haben. Da kamen die bunten Ösen von Snaply gerade richtig! Ist das passende Werkzeug vorhanden, lassen sie sich super einfach anbringen und peppen jedes Teil nochmal zusätzlich auf.

Die Kordel ist aus Sicherheitsgründen nicht durchgängig, sondern einmal durchgeschnitten und mit einem groben Zickzack-Stich wieder miteinander verbunden worden. So sollte sie im Fall der Fälle nachgeben.



Der Pulli basiert auf dem "all time favourit"-Schnitt der Nachbarskinder, dem Herzbuben von Fred vonSoho. Allerdings wird in den größeren Größen deutlich, dass der Schnitt eben eher für "Buben" gedacht ist. Hätte ich die Kaufgröße vom Lieblingsmädchen gewählt, wäre er ihr viel zu weit geworden - Merke: Maßtabellen sind wichtig!

Ich habe ihre Maßen verglichen, zwei Größen kleiner gewählt und die Längen entsprechend angepasst.


Was soll ich sagen... Frau Nachbarin mag den Flamingo-Pulli ihrer Tochter immer noch nicht, die ihn aber umso mehr - Ha!

Liebe Grüße, Nadine

Schnitt Hoodie: Herzbube von Fred vonSoho (Anpassungen siehe Text)
Stoffe: gekauft bei Lisas Stoffe in Rheda
Lederdetails: SnapPap von Snaply
Ösen: wurden mir von Snaply zur Verfügung gestellt

Freitag, 28. Oktober 2016

Herzbube mit ganz viel Katerliebe


Ich nähe wahnsinnig gerne für unsere Nachbarskinder. Ihre Freude darüber und meine Werke getragen zu sehen macht mich immer wieder glücklich. 

Mit der Einschulung des Räubers in diesem Jahr dachte ich, wäre die Zeit, in der ich ihn benähen darf, vorbei... Er ist wirklich groß, frech und sowas von kess geworden. Dabei wollte ihn das Lieblingsmädchen doch gestern erst zurückgeben... Aber nein, ich habe sogar das Gefühl, er weiß das von mir genähte jetzt sogar richtig zu schätzen.


Ich glaube das Wichtigste ist, den Kindern (gerade den älteren) zuzuhören, ihre Wünsche aufzugreifen und dabei auch mal gegen die eigenen Prinzipien zu agieren. So ein Hoodie ist sicher nicht das spektakulärste, dass ich hier präsentiert habe, aber genau DEN wollte der Räuber haben.

Alle Stoffe hat er sich im Stoffladen selber ausgesucht und ich hatte eine strikte Anweisung, wie ich ihn nähen sollte. KATER-Pfötchen für Kapuze und Ärmel, der Rest nur grau und vorne eine dicke Pfote drauf. Schließlich liebt der Räuber seine beiden Kater.


"Ooooah, mein Pulli!", entgegnete mir der Räuber bei der Übergabe. Zog ihn direkt an und so schnell auch nicht mehr aus.

Und Nüsse kann man damit auch prima sammeln...


Liebe Grüße, Nadine

Schnitt Hoodie: Herzbube von Fred vonSoho (Gr. 128)
Stoffe: gekauft bei Lisas Stoffe in Rheda
Pfoten-Appli: Selbst gezeichnet

Sonntag, 16. Oktober 2016

Rosa, pink, lila, gold und silber! Oder dürfen Drachenmützen aus Einhorn-Stoff genäht werden?


Dies ist wahrscheinlich der zügigste Blogpost überhaupt, aber diese "Bestellung" verlangte förmlich danach...

Gestern Abend war mal wieder "Nadine-Abend". Meine kleine Freundin öffnet mir euphorisch die Tür, ich nehme sie wie ein kleines Baby auf die Arme und zusammen werfen wir uns auf die Couch. Kichernd berichtet sie mir von ihrem Tag bei ihrer Kindergartenfreundin. Sie kriegt sich gar nicht mehr ein. Alles sprudelt so aus ihr heraus. 

Dann: "Nadine? Ich möchte auch so eine Dinomütze wie mein Bruder!" (Die bekam er von mir zum Geburtstag) - "Wirklich? Auch mit Dinozacken und so?", frage ich ungläubig (neben mir auf der Couch sitzt eine kleine Pferde-/ Einhorn-Prinzessin) - "Ja!" - "Und wie soll die aussehen?", hacke ich nach und schaue sie gespannt an - "ROSA, PINK, LILA, GOLD und SILBER!", zählt sie hochkonzentriert auf.


Ich bringe später mein liebes großes Mädchen ins Bett und verspreche, mal nach passendem Stoff zu schauen. "Mal"... ist klar. Kaum bin ich wieder Zuhause, hocke ich mitten im eh schon total chaotischen Nähzimmer (hach, ich liebe das so) und schiebe Stoffe hin und her. Lila gehört so überhaupt gar nicht zu meinen Farben und daher finde ich nur den wunderschönen Leni´s Dream-Jersey von Hamburgerliebe in meinem Regal. 

Ich schicke eine whatsapp an die Mama der Großen: "Darf eine Dinomütze ein Einhorn-Stirnband haben?" und bekomme promt Antwort: "Aber unbedingt!". Lila-Fleece müsste man haben... Zwischen meinen Anfangswerken finde ich tatsächlich einen (furchtbar genähten) Pulli aus lila Fleece, der nie getragen werden konnte und zerschneide ihn kurzerhand. Der alte Herr schaut noch kurz im Nähzimmer vorbei und zuppelt den puff-pinken Micro-Plüsch aus dem Regal. "Ich wollte eigentlich kein Schwein schlachten", gebe ich ihm darauf zu verstehen. 

Das passt aber doch ziemlich cool zusammen. Ich schlachte das Schwein also doch und sorge für sehr kuschelige Ohren. Rosa-rote Ringel geben die perfekten Zacken und es findet sich tatsächlich noch etwas goldenes Kunstleder. Silber wurde dann schon schwieriger, denn ich wollte die Einhörner auch nicht mit Reflexband übernähen. Wie der Zufall es so wollte, fand ich in der Schublade aber noch ein Stück Reflexpaspel, das gerade noch so für den Stirnbereich reichte.



Zu der Mütze sollte aber auch die passende Halssocke nicht fehlen, die ich dann auch noch eben unter der Maschine durchjagte. 

Heute Morgen konnte ich dann schon ein schnelles Foto rüber schicken. Kommentiert mit: "Rosa, pink, lila, gold und silber!". Ich bekam die niedlichste Whatsapp-Antwort ever zurück - Ein Video von meiner Großen, die zum Ende sagt "SO wollte ich das haben!".

Hach, ist das schön.

Liebe Grüße, Nadine

Drachenmütze: Mult-Mützen-Ebook von Farbenmix
Halssocke: Freebie von Olilu

Donnerstag, 13. Oktober 2016

Von Stoffklammern und Lunchbags


Stoffklammern... pffft. "Wofür braucht man die?", dachte ich immer. Trotz einiger Zwischenfälle bei denen mein Nagelbet den spitzen Metalldingern nicht stand hielt, gehöre ich eigentlich zu den Steckern. Auch nach sechs Jahren stecke ich noch jedes Bündchen. Jetzt blutet es auch nicht mehr so schnell und außerdem lassen sich Stecknadeln viel besser im ganzen Haus verteilen - Barfußlaufen auf eigene Gefahr, versteht sich.

Aber irgendwas tolles muss an diesen Klammern ja toll sein, wenn sie die Stecknadeln mehr und mehr aus den Nähzimmern vertreiben. So bekam ich zum schon im Juni gezeigten Stoff von Snaply auch noch ein paar "Wonder Clips", um mich selbst von ihnen überzeugen zu können.


Mich als wirklich eingefleischten Stecknadel-Fan von meinem gewohnten Griff zum Nadelmagneten abzubringen, sollte wirklich nicht leicht sein. Ich bin ein Pingel und einmal gut gesteckt, ist fast schon ordentlich genäht - Wenn man denn stecken kann!

Seit ich für meine Nähmädels Lunchbags genäht habe, weiß ich, mit welchem Geschenk ich lieben Menschen eine Freude machen kann und auch, wie toll die Erfindung dieser Stoffklammern war. Mandy (Stylinchen) fand die Lunchbags nämlich auch ganz toll. Sowas merke ich mir gerne und so bekam sie als Dankeschön für die erneute Gastfreundschaft während des Lillestofffestivals ebenfalls eine hübsche Verpackung für ihre MAHLZEIT.


Die Lunchbags fertige ich nach dem kostenlosen Tutorial von Pattydoo, die durch die abgenähten Kanten nicht nur viel plastischer wirken, sondern auch stabiler werden. 

Stabil... da wären wir auch schon beim Stichwort. Das ist nämlich dieses Sandwich von Stofflagen, das abgenäht werden soll und gebändigt werden muss. Stecknadeln sind da nicht nur unhandlich anzubringen, sondern danach auch Ausschuss (weil krumm).
Das war die Chance für die kritisch beäugten Stoffklammern. Stoff wie gewünscht falzen, Clip dran, nähen - Einfach und so genial. Keine abgebrochenen Finger und verbogene Nadeln mehr!


Für solche Projekte haben mich die Clips total überzeugt, aber ob sie meine Stecknadeln irgendwann gänzlich vertreiben werden? Ich bin ja mal gespannt. 

Welcher Typ seid ihr? Klammern oder Stecknadeln?

Liebe Grüße, Nadine

Stoffklammern: Wonder Clips von Snaply (Wurden mir von Snaply zur Verfügung gestellt)
Webbänder: Farbenmix

Sonntag, 9. Oktober 2016

Auf dem Weg zum Traumberuf mit Lady Grace und Lady Pepe


Ich habe wohl wirklich blau gemacht... Sowohl in Blog-Pflege als auch bei meinem neuen Outfit. Ich könnte euch jetzt erzählen wie viel die umgangssprachliche Bezeichnung  "Semesterferien" mit dem Begriff von "Ferien" zu tun hat, aber dann dürfte ich wohl kaum etwas neues genähtes zeigen... Naja, alles eine Sache des schlechten Gewissens. Nach einem Jahr als Studentin hat man gelernt, damit zu leben.


Überhaupt hat dieses Jahr verdammt viel mit mir gemacht. Ich bin rein gewachsen in diesen neuen Lebensabschnitt, in den Campus, der mir anfangs viel zu groß für mich schien und eine Mentalität, die als "Studenten-Bett-Paradoxon" bezeichnet wird.
Schleppte man sich im ersten Semester noch in jede noch so langweilige, doofe Vorlesung wurde im zweiten Semester schon doll abgewogen, zwischen der Mütze Schlaf mehr und der Smartphone-Strapazierung weniger. 

Was hatte ich noch für utopische Vorstellungen vom Studentenleben... Statt Vintage-Klamotten ziehe ich morgens am liebsten einen kuscheligen Hoodie aus dem Schrank, da es in den Hörsäälen einfach irgendwie immer kalt ist und auch das Teekochen passt selten in den Zeitplan. Kaffee mag ich nach wie vor nicht. Stattdessen gibt es morgens aber ein obligatorisches "Ditsch" (gemeint sind die Brezel von Ditsch) am Bahnhof. Appropos Bahnhof... Wenn der Zug um x:58 Uhr abfährt und die Zeitanzeige in der S-Bahn noch auf x:56 Uhr umspringt - Im Sprint bin ich inzwischen 1A.


Dazwischen wurde im Hexadezimalsystem gerechnet und Induktionsbeweise geführt, mit Fred geforscht, die IPA-Tabelle gepaukt, über den Zusammenhang der Geometrie und dem Nil geschmunzelt, über unfähige Professoren gelästert, viele viele (Kinder-)Bücher gelesen, Literatur gewälzt, verloren und dann mehr Glück als Verstand gehabt (Merke: Uni-Bücher niemals im Zug vergessen!). Das drum herum kam natürlich auch nicht zu kurz und so wurden neue Freundschaften geschlossen, WGs eingeweiht und selbstverständlich auch gefeiert. 

Doch, ich muss zugeben, dass ich mit meinem eingeschlagenen Weg sehr zufrieden bin. Nicht zuletzt, weil ich weiß wo ich hin will - Zurück in die Schule, aber auf die andere Seite des Klassenzimmers. Egal wie viele Nerven mich der Weg kostet. 


Der kleine Zettel ist für mich ein großer Schatz. Ich bekam ihn während meinem letzten Praktikum von einem Schüler zugesteckt. Kann es einen größeren Ansporn geben?


Dunkelblau ist, was meinen Kleiderschrank angeht, ohne Zweifel meine Lieblingsfarbe.
Schon lange wollte ich mir den Sweatblazer Lady Grace von mialuna nähen. Der Stoff dafür lag schon seit Erscheinungstermin des Schnittes in meinem Regal. Für das Lillestofffestival hatte ich mir den Blazer endlich zugeschnitten, zwischen all den lieben Gesprächen aber nicht geschafft. Das holte ich vergangene Woche Zuhause nach. Es sieht wirklich viel schwieriger aus als es ist. Natürlich nicht in zwei Stunden genäht, aber hier zahlt sich akkurates Arbeiten aus. Nächstes mal werde ich mir den Blazer allerdings länger zuschneiden.

Zum Blazer habe ich mir das Shirt Lady Grace ebenfalls von mialuna genäht. Der Schnitt sitzt einfach klasse! Lediglich den Ausschnitt habe ich etwas weiter zugeschnitten und das Shirt, wie in der Anleitung vorgeschlagen, ohne Schulterteilung genäht.

Liebe Grüße, Nadine

Blazer: Lady Grace von mialuna
Shirt: Lady Pepe von mialuna
Stoffe: Lisa´s Stoffe Rheda