Freitag, 23. September 2016

Mit der Kamera im Rucksack unterwegs auf Hiddensee

Liebe zum Detail
Heute geht es mal weniger ums nähen, sondern ums Fotografieren. Genauer gesagt, um das Fotografieren unterwegs!

Was nutzt die beste Kamera und das teuerste Objektiv, wenn diese Dinge gehegt und gepflegt Zuhause versauern? Gar nichts. Also muss das Equipment so verstaut und transportiert werden können, dass es gerne mitgenommen wird.

Romantisches Hiddensee kurz vor dem Sonnenuntergang in Kloster
Es sind die kleinen Dinge, die etwas besonders machen.
Schöne Fototaschen oder gar Rucksäcke sind in den Fachgeschäften aber leider eine Seltenheit. Es gibt entweder schwarz, oder schwarz und schon gar nichts cooles. Aus diesem Grund habe ich meine Fototaschen bisher selber genäht. Manch einer erinnert sich noch an meine Fotobella-Kameratasche nach dem Ebook von Jolijou und Farbenmix. 

Für meine kleine, leichte Systemkamera war das auch in Ordnung, aber mit dem Umstieg auf eine große Spiegelreflexkamera mit Vollformat-Sensor musste etwas anderes her. Am liebsten ein Rucksack. Schließlich wiegt allein mein kleines Equipment mit Body, Batteriegriff und Festbrennweite stolze 2 Kilogramm!

Abendliche Wanderung entlang des Hochuferweges mit Blick auf den Strand von Kloster
Blühender Dünenweg zwischen Vitte und Kloster
Nach langer Suche im Netz staß ich auf den Onlineshop Designstraps
Dahinter stehen zwei starke Frauen mit einer großen Liebe für besonderes Fotozubehör. Beim Stöbern durch das wirklich breite und stilvolle Sortiment der beiden, entdeckte ich den GETAWAY KAMPE OCEAN BLUE (*Ab Mitte Oktober wieder erhältlich*). Ein Kamerarucksack der Marke ZKIN. 

Ich verliebte mich wirklich schlagartig in dieses Modell. DER, nur DER und KEIN ANDERER sollte es sein.

Der weltwunderschönste Kamerarucksack
Dann fiel der Blick auf den Preis... Machen wir uns nichts vor, eine ordentliche Summe. Ich machte mir ein Bildschirmfoto und schloss das Browserfenster. Wochen und Monate vergingen, aber dieser Rucksack ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Ständig und immer wieder schaute ich mir das Foto an und erzählte allen schmachtend von diesem Rucksack.

Und wisst ihr, wenn einem über einen so langen Zeitraum etwas nicht mehr aus dem Kopf geht, dann ist es das einzig Richtige. Etwas anderes zu kaufen, wäre zwei mal gekauft. 

Die super praktische seitliche Eingriffstasche: "Hol mal eben die Wasserflasche hinten raus!"
Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie ich mich über das Paket mit meinem Traumrucksack gefreut habe! In seinem tollen dunkelblau und mit den stilvollen Lederdetails... Optisch einfach 100% Ich und durchdacht bis ins letzte Detail.

Ein für die Kaufentscheidung maßgeblich entscheidendes Detail ist das vom Rückenpolster her zugängliche und gut gepolsterte Kamerafach. Keine panische Angst mehr bei Städtetrips und großen Menschenmengen. Da kommt so leicht niemand ran (und auch das Aufschlitzen würde etwas schwieriger werden, da sich unter dem Fach noch das Fach mit dem Regenschutz versteckt).

Kamerafach im Rückenpolster, seitliche Stativschlaufe, stilvolle Lederdetails
Allerdings muss man bei diesem Rucksack auch erstmal darauf kommen, dass es sich um einen Kamerarucksack mit teurem Inhalt handelt!

Er ist nicht zu groß und nicht zu klein. In das Kamerafach passen eine Spiegelreflexkamera oder eine Systemkamera mit Objektiv und ein weiteres Objektiv. Wie man sich das Fach einteilt, bleibt durch die individuell anpassbaren Trennwände jedem selbst überlassen. Meine Kamera liegt mit dem Display auf dem Rucksackboden und so würden bei mir auch fast noch 2 zusätzliche Objektive reinpassen, obwohl meine Kamera schon ein kleines Monstrum ist.

Der Leuchtturm Dornbusch mal aus einer anderen Perspektive
Am Wegesrand
Während unseres Urlaubes auf Hiddensee, war der Rucksack IMMER und bei jedem Wetter mit dabei. Von schönstem Sommerwetter bis zum vorzeitigen Herbst mit Wolkenbruch (ein Hoch auf den integrierten Regenschutz!) trotzten wir allem.

Stürmisches Wetter, mystisches Licht an der Hucke
Mit einem Friesennerz und regengeschützten Kamerarucksack gibt es kein schlechtes Wetter
Da oberhalb des Kamerafaches im Rucksack noch ordentlich Platz ist, hatten wir nur diesen einen Rucksack dabei, in den neben der Kamera dann auch noch das für den Tag nötige Proviant, nebst kleinem Handtuch, passte. Trotz dem dann nicht mehr so geringen Gewichtes, konnte ich den Rucksack dank Brustgurt den ganzen Tag selbst und bequem tragen. Stolzes lächeln bei so einem schönen Rückenverzierer inbegriffen.

Die Trennung zum Kamerafach kann auch herausgenommen werden! So hätte man einen normalen Rucksack. Aber es geht ja um die Kamera unterwegs.

Lieblingsplatz: Großer Inselblick
Fisch mit Brötchen im Hafen von Kloster
Wir waren viel unterwegs, richtig viel unterwegs. Wandern, bei Steigungen von fast 40 Grad manchmal auch ein bisschen klettern, Radfahren, Muscheln, Donnerkeile und Bernsteine suchen (diesmal keine Bernsteine gefunden) und nahmen nicht nur Erinnerungen mit, sondern auch die Bilder dazu.

Steilküste in der Nähe des Swantiberges im Hochland mit Blick auf Rügen
Hochuferweg Richtung Klausner-Treppe und Gaststätte
Abendlicher Strandsparziergang mit dem Bärenkind
 Wisst ihr, was ich im Nachhinein überlegt habe? Wären all diese traumhaften, bildlichen Erinnerungen an einen wundervollen Urlaub entstanden, hätte ich die Kamera in der klobigen, hässlichen, schwarzen Kameratasche vom alten Herrn dabei gehabt? - NEIN! 

Ich hätte die Kamera vielleicht einen Tag lang mitgeschlürrt, dann Rückenschmerzen von der seitlichen Belastung bekommen, wäre das baumelnde Etwas an mir Leid gewesen und hätte nur noch mit dem Handy geknipst, obwohl ich eine so geile Kamera habe.

Idyllische und einzigartige Dünenheide
Und genau an diesem Punkt relativiert sich für mich der hohe Preis! 

Diese Bilder bedeuten mir so viel und lassen mich (zumindest gedanklich) bei jedem Anblick zurück auf meine Lieblingsinsel reisen. Diesen Wert, kann ich in Geld gar nicht ausdrücken.

Muscheln suchen am Strand und mein Kamerarucksack ist Immer mit dabei!
Ich nutze meine Kamera nun viel mehr als vorher, tauche mehr und mehr in die Fotografie ein und entwickle eine enorme Freude daran, Momente einzufangen und sie damit zu konservieren. Meinen ZKIN-Kamerarucksack von Designstraps trage wirklich voller Stolz und nehme ihn schon deshalb immer und überall gern mit hin. Wer denkt mit so einem schönen Rucksack auf dem Rücken schon an das Gewicht auf den Schultern?!


Strandfund
Ich hoffe, ich habe euch verdeutlichen können, warum bei der Fotoausrüstung nicht nur an das technische Equipment gedacht werden sollte, sondern auch an das ansprechende Funktionale. Denn nur dann ist die Kamera auch dabei, wenn der Auslöser gedrückt werden könnte.

Habt ihr jetzt auch Lust bekommen, mit eurer Kamera loszuziehen? Vielleicht sogar auf unsere Lieblingsinsel Hiddensee? Dann schaut euch mal bei Designstraps um! In meinen Augen hält das Sortiment würdige Alternativen zum Selbernähen bereit. 

Liebe Grüße, Nadine


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Für das Verfassen dieser Review ist mir Designstraps entgegen gekommen. Dennoch ist der Betrag nicht so groß gewesen, als dass ich etwas anderes als meine tiefste Überzeugung schreiben würde (würde ich sowieso nicht) und es die Zeit, die mich dieser Post gekostet hat, rechtfertigt. Ich freue mich jeden Tag über meinen Rucksack und die Zeit mit meiner Kamera und hoffe, der ein oder andere wird sich über den Tipp und die schönen Impressionen freuen.

Dienstag, 13. September 2016

Jerik als Inselunikat Vol. 2

Da ich noch so viel zu zeigen habe und man sich mit Bloggen so wunderbar vom Hausarbeiten schreiben ablenken kann, lasse ich den nächsten Post mal nicht so lange auf sich warten:


Mein absolut größter, aber auch kritischster Fan, ist mein alter Herr. Ja, ich denke, ich kann das jetzt einfach mal so schreiben. Als Farbkombinations-Berater, "Schnitttechniker", Fotograf oder Fotoassistent ist er im Hintergrund immer mit aktiv. Ich glaube sogar, er ist der einzige nicht selber nähende Mann, der gerne mit ins Stoffgeschäft fährt und Grundzüge des Nählateins in seinen Sprachgebrauch mit aufgenommen hat.

Auch für ihn nähe ich so manches Kleidungsstück, aber nicht alles findet den Weg hierher. 
Ein besonderes Lieblingsteil von ihm ist noch immer die Softshelljacke, die ich vor Jahren für ihn genäht habe und auch bei seinem "ApplePee"-Hoodie (Ein grauer Hoodie mit angebissener Birne - leider nie gebloggt), gibt es einen zähneknirschenden Blick, wenn er in der Wäsche ist.



Der alte Herr teilt meine große Liebe für die kleine Insel Hiddensee und weil es mal wieder an der Zeit war, wirklich DANKE zu sagen, für alles was er für mich tut, musste ich ihn kurz vor unserem Urlaub auch unbedingt noch mit einem Insel-Unikat überraschen.

Entschieden habe ich mich für eine Fleecejacke nach den Schnitt "Jerik" von Prülla, da diese Herrenjacke auch mit einem Kragen statt einer Kapuze genäht werden kann. Außerdem hat sie riesige Taschen in denen die Hände und so manch anderer Kleinkram vergraben werden können. Auch die Jacke vom alten Herrn bekam liebevolle Details aus SnapPap und die Insel-Silhouette auf dem seitlichen Ärmel. 


Mein alter Herr hat sich mächtig gefreut und nun genau wie ich auch ein kleines bisschen Hiddensee für den Alltag. 

Liebe Grüße, Nadine

Zutaten
Schnitt Jacke: Jerik von Prülla über Makerist
Stoff Jacke: Ein altes Polarfleece-Schätzchen von Stoff & Stil
Leder-Details: SnapPap von Snaply

Freitag, 9. September 2016

Ein bisschen Hiddensee für den Alltag


Monatelang fieberte ich mit großer Hiddense(e)hnsucht der Zeit auf meiner Lieblingsinsel entgegen und je näher sie rückte, umso größer wurde die Vorfreude.

Ich liebe dieses kribbelige Gefühl, wenn sich die Erinnerungen mit der Vorfreude vermischen und Pläne geschmiedet werden, was dieses mal unbedingt erlebt werden will. Hiddensee ist mein kleines Paradies. Voller Ruhe und fern ab von allem was sonst den alltäglichen Trott bestimmt.


Schon oft wollte ich mir etwas nähen, mit dem ich diese Inselliebe, auch nach dem Urlaub und zurück im Alltag, mit mir herum tragen kann. So kam mir die Idee zu diesem Pulli. 

Ich bin ein großer Fan des Labels Naketano und selten schaffen es meine drei Hoodies nach der Waschmaschine noch in den Schrank, ehe sie wieder getragen werden. Besonders liebe ich die riesige Kuschelkapuze, die sich wie ein großer, weicher Kragen um den Hals schmiegt und die Eingriffstaschen im Vorderteil, wo auch schnell mal Strandfunde oder auch das Handy reingesteckt werden können. Da unsere liebste Hiddensee-Zeit der Herbst ist, also auch das perfekte Kleidungsstück für die Insel. 


Wie es der Zufall so wollte, verliebte ich mich bei der kurzen Stipp-Visite auf unserem Stoffmarkt in den gestreiften Sweatstoff, der von der Art dem Stoff der dicken Original-Hoodies ähnelte (Die Stoffrückseite ist nicht angerauht, sondern hat große Schlaufen). Jetzt fehlte mir nur noch der Schnitt! Da ich keine Lust auf Ebook-Geklebe und schon gar nicht auf Schnitt-Experimente hatte und natürlich auch keinen Probepulli nähen wollte, rutschte mein alter Herr eines Sonntagmorgens mit mir über den Fußboden und nahm den Schnitt von meinen Lieblingspullis ab. Woher er das kann, frage ich mich selbst jedes mal - aber er kann es!

Dann konnte ich an den Nähmaschinen loslegen. Die typischen Leder-Details des Originals arbeitete ich mit SnapPap nach und unterlegte sie mit waschbarem Stickfilz. Dreiecke an die Taschen, ein "H" für Hiddensee vorne auf die Brust, der Insel-Umriss seitlich auf den Ärmel und die Koordinaten vom Wahrzeichen Hiddensees ans Rückwärtige Saumbündchen (siehe Bild oben). Auch die Ösen wurden getreu des Originals mit SnapPap unterlegt. Die Kapuze habe ich richtig kuschelig mit Mirco-Plüsch gefüttert.


Meine Wunsch-Motive auf das SnapPap zu bekommen, hat mich einige Experimente gekostet. Wer genau hinsieht, kann sie auf den Bildern auch entdecken. Das "H" auf der Brust war ein mäßig bis schlechter Versuch mit Flock-Folie. Die hielt auf dem SnapPap so gut wie gar nicht. Aus der Not heraus, griff ich bei der filigranen Insel-Silhouette auf einen Wäsche-Etikettier-Stift zurück (ich hoffe, das überlebt die Wäsche) und erst beim rückwärtigen Saum-Etikett kam ich auf die Idee, es mit Flex-Folie zu probieren - Perfekt!

Die Dicke, gedrehte Baumwollkordel schien bei instagram ein Problem vieler zu sein. Ich fand sie letztlich über ebay bei Romoso. Ich habe vorsorglich mit dem Händler gemailt und er hat mir zugesichert, dass ihr mir diese Bezugsquelle nicht so schnell leer kaufen könnt, daher traue ich mich mal, sie zu verraten ;-) Die Kordel kann mit der Qualität der Original-Kordeln locker mithalten, ist allerdings auch etwas teurer als die gängigen Kordeln in unserem Stoffladen.


Der abgenommene Schnitt bleibt natürlich bei mir! Ähnliche Schnitte findet ihr aber z.B. bei Pattydoo oder Ki-ba-doo

Ein Vorurteil muss ich aber noch entkräftigen bevor es entsteht. Allein die Materialkosten dieses Pullis kommen schon ziemlich weit an den Kaufpreis meiner Lieblings-Originale heran. Die Nähzeit lasse ich jetzt mal ganz außen vor. Selber Nachnähen ist da, wie bei fast allem Genähten, schon eher ein ideeller Faktor!

Das war heute mal ganz schön textlastig, aber ich hoffe, dass auch einige hilfreiche Tipps dabei waren. 

Liebe Grüße, Nadine

Zutaten
Hoodie-Schnitt: Vom Lieblingsoriginal abgenommen (für meinen privaten Gebrauch!), ähnliche Schnitte gibt es z.B. bei Pattydoo oder Ki-ba-doo.
Stoff: Vom Stoffmarkt. Leider keine Kaufempfehlung. Der war nach der Vorwäsche schief verzogen!
SnapPap: von Snaply
Kordel: Romoso über Ebay (10mm)