Mittwoch, 2. März 2016

Vom schlechten Gewissen und dem Studentenleben

Ein Blog will gefüllt werden. Regelmäßig und mit gutem Content. Das kostet Zeit. Zeit, die ich nutzen könnte um der Nählust endlich mal wieder Raum zu geben. Kreativ zu sein. Genauso könnte ich aber auch einen schönen Abend mit Freunden verbringen oder meine liebe Oma besuchen. Ich könnte natürlich auch aufgeschobenen Unikram erledigen. 
Studentendasein - Ein Leben mit ständigen Gewissenskonflikten.


Was hatte ich Ende 2014 noch für ein utopisch klischeehaftes Bild auf das Studium...

Das echte Studentenleben sieht dann leider etwas anders aus. Ich quäle mich morgens aus dem Bett und versuche die Treppe ohne Knochenbrüche runter zu gehen, denn es war am Abend zuvor mal wieder etwas spät geworden. Mit zugekniffenen Augen fische ich Jeans und Hoodie aus dem Schrank und klatsche mir im Bad ein schnelles Makeup ins Gesicht. Augenringe retouchieren zwecklos. Ich schaffe es gerade noch Tee aufzusetzen und in der Zwischenzeit ein Butterbrot runter zu würgen. Statt Kaffe fülle ich Tee in eine hässliche Thermoflasche, denn so ein Kaffe-to-go Becher sieht zwar lässig aus, macht sich auf dem Fahrrad aber nicht so gut und den Kaffe mag ich immer noch nicht. Statt der Retro-Umhängetasche klipse ich anschließend die wetterfeste Fahrradtasche an meinen Gepäckträger und stopfe vorsichtshalber noch die Regenhose hinein. 
Ab gehts mit dem Rad zum Bahnhof. Falls ich im Zug einen Sitzplatz ergattere, hole ich noch ein bisschen Schlaf auf. In der Unistadt angekommen, hetzen wir mal wieder zur S-Bahn, die dann entweder vor der Nase wegfährt oder Gruppenkuscheln ankündigt. Getreu dem Motto "Voll ist eine S-Bahn erst, wenn niemand mehr umfallen kann".
Als wir schließlich im Hörsaal sitzen und der Dozent mehr oder weniger motiviert vor sich hin präsentiert, fragt man sich, warum man überhaupt gekommen ist. Entweder man kann ihm nicht zuhören oder man versteht ja doch nichts. Wird wohl wieder ein langer Abend.


Chilliges Studendenleben? Von wegen.

Auch wenn es anstrengende Monate waren, so kann ich kaum glauben, dass das erste Semester bereits rum ist. Wochen ohne Mathezettel gebüffel, dafür mit Praktikum - Fast fühlt man sich nutzlos. 
Endlich ZEIT um meinen Blog wieder mit Leben zu füllen.

Den Leseknochen mit passendem Lesezeichen bekam meine Patentante zu Weihnachten. 

Liebe Grüße, Nadine

Zutaten
Schnitt Leseknochen: Sew4home
Schnitt Lesezeichen: Nähschule mit Mirjam

Kommentare:

  1. Hallo Nadine,

    bei deinem Text werden Erinnerungen wach....aber nein, ich bin wirklich froh, dass ich Studium und Referendariat rum habe. Ich versteh bis heute auch nicht, was am studieren so toll sein soll. Virlleicht bin ich einfach nicht der Typ dafür. Tja und das finden von Nähzeit und dann noch gar fürs bloggen kenne ich im Moment leider auch zu gut. Hoffentlich ist unser Umzug bald rum und ich kann mal wieder daran denken.
    Dir wünsche ich schöne Semsterferien (ok, vorlesungsfreie Zeit) und freu mich schon, bald wieder mehr von dir zu sehen.

    Liebe Grüße
    Anne

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    1. Es mag ja Studiengänge geben, bei dem das mit dem lässigen leben zutrifft, beim Lehramt scheint das aber nicht der Fall zu sein. Ich drücke dir die Daumen für einen schnellen Umzug und baldige Nähzeit! Ohja und bei dem Wort "SemesterFERIEN" könnte ich fluchen :D Nix FERIEN.

      Liebe Grüße, Nadine

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  2. Das ist ja lustig zu lesen. Ein Freund hat auch auf Lehramt studiert und ich hatte immer das Gefühl, dass es bei ihm so viel lockerer ist als bei uns in der Öko. Kann aber auch an den Fächern (Kunst/Musik und Geschichte) liegen, denn das Chemiestudium hat er nach dem ersten Semester aufgegeben. Stylisch war bei uns auch nie. Hauptsache angezogen und pünktlich da sein - Biologen sind im Gegensatz zu mir irgendwie Frühaufsteher. Und eine schöne Umhängetasche hat es bei mir auch nur zu den Blockseminaren gegeben, zu denen man in den "Ferien" nicht so viel mitnehmen musste. Sonst gab es den praktischen Rucksack, der Rücken hätte sich ansonsten sicher sehr beschwert.

    Nach wie vor glaube ich, dass am Anfang sehr gesiebt wird. Nach den Basismodulen ist mir alles leichter gefallen, die Sachen haben mich mehr interessiert (waren ja auch Wahlfächer), die Gruppen wurden noch kleiner... Durchhalten und manchmal einfach sagen, dass man auch mal einen Tag nicht lernen will und was schönes machen. Z.B. so ein schönes Mäppchen wie dein neues nähen :)

    Liebe Grüße
    Rebecca

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Liebe Grüße, Fusselline