Sonntag, 14. Juni 2015

Zwei Freundinnen, eine Stadt - Paris in 39 Stunden




Was könnte Freundinnen mehr verbinden als am selben Tag Geburtstag zu feiern? Wenn sie nach dieser absolut überraschenden Erkenntnis auch noch feststellen, dass sie beide alleinerziehende Töchter ihrer Väter sind. Das sie DAS zufällig und während ihres freiwilligen sozialen Jahres feststellen und beide das Lehramtsstudium zum Ziel haben, übersteigt die realistisch glaubwürdige Statistik von "Zufall" doch sehr oder? In diesem Fall muss es einfach Schicksal gewesen sein.

Ich schweife ab... Ich wollte doch etwas über unseren Kurztrip nach Paris erzählen. Also los!


Für kleines FSJ´ler Taschengeld in eine große Stadt. So lautete unser Plan. Nach einigen Recherchen blieben wir wieder bei Mango-Tours hängen. Mit diesem Reiseveranstalter war ich 2013 schon mit meinem Französisch-Kurs in Paris gewesen. Eine anstrengende Busreise mit Nachtfahrt... aber wir sind ja noch jung. Ja,ja... Für diese Sicht hätten wir uns morgens um 5:30Uhr, nach drei! Stunden schlechten Schlaf im Bus, 120km vor Paris am liebsten selbst geohrfeigt... 


Der matschige Kopf und die müden Augen waren aber sofort vergessen, als unser Bus den ersten Stop der Stadtrundfahrt erreichte. Die Sacré Coer im Künstlerviertel Montmartre. Auch wenn ich diese Tour nun schon das zweite mal mitmachte, war ich vom imposanten Anblick der auf dem Berg thronenden Kathedrale nicht weniger beeindruckt als beim ersten Mal. Die 237 Treppenstufen hochsteigend nahmen wir uns vor nicht hinter uns zu schauen. Doch je mehr Stufen wir hochstiegen desto schwieriger war es die Vorfreude auf den gigantischen Blick auf Paris auszuhalten. Wir schafften es natürlich nicht, bis oben abzuwarten. 

Für meine Kamera hatte ich mir zuvor einen gebrauchten mit Stahlseil eingearbeiteten Rope-Kameragurt gekauft. Zum sicheren, griffbereiten Tragen einer Kamera im Großstadt-Trubel super, zum genießen aber denkbar ungeeignet... Denn ich wurde allein oben an der Sacré Coeur mindestens drei mal in unterschiedlichen Sprachen gebeten ein Foto zu machen *mööööp* 

Also Tipp 1: Um Paris selbst zu genießen, nicht wie ein Profi-Fotograf aussehen!



Von der Sacré Coeur ging es durch die breiten, wie auf einem Reißbrett gezeichneten Alleen von Paris, vorbei am Place de la République und dem Triumphbogen mit seinem nicht eingezeichneten 6-Spurigen Kreisverkehr zum Place de la Concorde und dann natürlich zu DEM Wahrzeichen von Paris schlechthin - Der Eiffelturm! Bei einer sommerlichen Hitze von 33°c genoss so manche eine Dusche unter den Fontänen.

Mist. Schon wieder nicht dran gedacht. Es sind ja French-Open! Also wieder mit Tennisball verschandelten Eiffelturm geknipst... *grrr*

Es folgt also Tipp 2: Wer den Eiffelturm ohne "Roland Garros"-Ball fotografieren will, der kommt nicht zwischen Ende Mai und Anfang Juni... 



Dann ging es erstmal ins Hotel. Ich muss ja gestehen, nach der ersten Ibis-Erfahrung vom letzten Mal Paris hatte ich meinen Schlafsack in der Reisetasche... so für den Fall, dass man das Bett wieder nicht mit irgendwelchen Körperteilen berühren möchte... Aber es ging in ein anderes Hotel, in einen ganz anderen Stadtteil und das war wirklich gut. Also gut im Sinne von ordentlich, sauber und genügend um dort eine Nacht zu schlafen. 
Nachdem wir uns ganz kurz rekonstruiert und ausgeruht hatten packten wir die Rucksäcke und zogen los um Paris nun auf eigene Faust zu erkunden. 

Unser Hotel befand sich in Europas größter Bürostadt "La Defense". Um vom Hotel zur Métro zu gelangen liefen wir über Hochwege und durch gewaltige Hochhaus-Schluchten. Schaute man nach oben wurde einem teilweise echt schwindelig. Kaum zu beschreiben war unsere Freude, als wir an der Métro-Station "La Defense", umgeben von riesigen Büro-Hochhäusern das "Le Bassin Takis" fanden. Ich erinnere daran: Paris, 33°c...  


Das "Bassin de Takis" ist ein angelegtes Becken, kein Teich. Rund herum laden treppenartig angelegte Sitzplätze mit Picknick-Garnituren zum verweilen ein. So ein toller, ruhiger Ort um als Büromensch seine Pause zu verbringen. Oder um sich als Tourist ein kleines bisschen abzukühlen.

Genug ausgeruht. Jetzt wollten wir auch wirklich etwas sehen! Okay, also runter in die Métro um dort erstmal vor dem riesigen Métro-Plan zu stehen und darauf unsere Station zu lokalisieren. Rote "Sie befinden sich hier"-Punkte kennen die Pariser wohl nicht. Jetzt nur noch die Tickets kaufen. Was hatte ich mich auf diesen Moment gefreut: "Bonjour. Je voudrais deux ticket mobilis, si vous plait!", bestellte ich stolz, doch noch ein bisschen französisch zusammen zu bekommen am Schalter. Doch die Madame am Schalter hatte wohl nichts für sich der Landessprache bemühenden Touristen übrig. Sie schickte uns mit einer abwertenden Geste zum Ticket-Automaten. Der konnte sogar "Deutsch" - wie langweilig.

Tipp 3: Ein Einzelticket kostet 1,80 Euro. Ein Carnet, das 10 Einzeltickets enthält die auch beliebig aufgeteilt werden können, kostet 14,10 Euro und ein Tagesticket (für Zone 1&2, was so das touristische Paris beinhaltet) kostet 7 Euro. Seid ihr zu zweit und wie wir nur 2 Tage in Paris lohnt es sich die Tageskarte zu kaufen. Damit könnt ihr total flexibel und unbeschränkt oft Metro fahren und seid für zwei Tage auch noch etwas günstiger als mit Carnets. Außerdem gelten die Metro-Tickets auch für die Funiculaire in Montmartre, falls ihr euch die Treppen zur Sacre Coeur ersparen wollt.


Mit der Métro fuhren wir bis zur Station "Place Charles de Gaulle Etoile" und beherzigten hier natürlich den Rat unseres Reiseleiters Marc, den sechsspurigen Kreisverkehr nicht zu überqueren zu versuchen. Stattdessen gelangt man ganz sicher mit einer Unterführung zum "Arc de Triomphe" in der Mitte des Kreisverkehrs.
Dann zückten wir unsere Ausweise und bekamen ohne auch nur einen Cent zu zahlen unsere Eintrittskarten. "Hä? Wie denn das?" fragt ihr euch?...

Hier kommt also Tipp 4, ein kleiner Geheimtipp für junge Leute: EU-Bürger unter 26 Jahren haben in nationalen Museen und Monumenten in Frankreich freien Eintritt. Informiert euch einfach vorher im Internet z.B *hier* welche Monumente und Museen euch interessieren und welche ihr gratis "mitnehmen" möchtet. Und Achtung! Nicht überall war diese Reglung ausgeschrieben! Da galt dann einfach: Weisst du es nicht, zahlste! An der Kasse solltet ihr explizit auf diese Regelung hinweisen und euren Ausweis als Altersnachweis vorlegen. In Museen gilt diese Regel nur für Dauerausstellungen. Solltet ihr eine Wechselausstellung besuchen wollen müsst ihr dafür bezahlen. 


Warum wollten wir den "Arc de Triomphe" besuchen? Möchte man Paris mit Eiffelturm von oben sehen, lässt man sich entweder teuer mit dem super schnellen Aufzug des "Tour Montparnasse" über die Dächer von Paris schießen oder man besteigt die Terrasse des 50m hohen Triumphbogens. Diese Höhe ist wie ihr seht schon super für einen beeindruckenden 360°c Blick über Paris. Und das Ganze kostenlos, wenn man unter 26 Jahren ist ;-)

Anschließend liefen wir ein ganzes Stück entlang der Champs Elysée bis uns einfiel, dass wir unsere Versorgung noch aufstocken müssen und zum Eiffelturm wollten wir eigentlich auch noch. Wir fuhren mit der Métro zur Station "Bir Hakim". Dies ist zwar die offizielle Métro-Station des Eiffelturms, aber zu Fuß ist es dann doch noch ein ganzes Stück. Unterwegs bestellten wir unseren ersten Crêpe. Diesmal waren wir mit unserem Französisch sogar erfolgreich, wenn der Verkäufer auch ein wenig grinste. Ich gestehe, ich habe zuvor noch niiiiie Crêpe gegessen! Man schmecken die gut!
Wie das nun mal ist, wenn man etwas sucht findet man es nicht. Mit Blick auf die Uhr und unseren Plan für den Abend ließen wir den Eiffelturm dann doch aus und waren froh doch noch einen kleinen Supermarkt gefunden zu haben. Mit französischem Wasser und Milchbrötchen im Rucksack kramten wir wieder den Métro-Plan hervor... 

"Le mur des je t´aime"

Es ging wieder nach Montmartre. Ich sag ja, Tagesticket lohnt sich *grins* 

Unser Reiseveranstalter lud dort zu einem gemütlichen Szenerundgang durch das abendliche Künstlerviertel. Und der war echt toll! Marc erzählte Reiseleitergeschichten von köstlichstem Käsefondue im niedlichen "Refuge de Fondus" in dem Getränke in Nuckelflaschen serviert werden und Frauen mit einem Hocker über den Tisch steigen dürfen... , von gigantisch großen tollen Salaten im "Le Relais Gascon", von einem guten Menschen der überall in Paris Trinkwasserbrunnen aufstellen lies, von der tiefstgelegenen Métrostation die man besser nicht wählt, von Kirchen in denen gefeiert wird, von einer Leihrad-Station an der man nie Räder vorfindet, einem Blumenkranz an einem Fensterladen, einem fesch gekleidetem Mann, der durch einen listigen Trick dein Auto in Montmartre gepackt bekommt wenn du es selbst für aussichtslos befunden hast, den Mühlen von Montmartre und einem Mann der durch die Wand ging. 

Tipp 5: Abends durch Montmartre schlendern oder eine Führung mitmachen. Das Viertel wird euch in seinen Bann ziehen!



Überhaupt wuchs uns dieser Stadtteil während dieses Rundgangs immer mehr ans Herz. So dörflich, so ruhig, so niedlich, so französisch wenn man sich nur einige Meter von den normalen Touristenrouten entfernt. Eine kleine Reise in die fabelhafte Welt der Amelie, die hier teilweise gedreht wurde. Es war fast dunkel als wir die berühmten Treppen hinunter zur Métro gingen. Ein Punkt unseres Tagesvorhabens fehlte ja noch! 

Wir fuhren also wieder Métro. Diesmal bis zur Station "Trocadero". Wollten wir doch noch den Eiffelturm glitzern sehen. Er glitzert nach Einbruch der Dunkelheit zu jeder vollen Stunde fünf Minuten lang. Da wir vom 22Uhr-*BlinkiBlinki* nur die letzten Sekunden gesehen hatten, bestellten wir unseren zweiten Crêpe direkt vorm Eiffelturm und suchten uns einen Platz im Parc Champs du Mars. Als dann alle ihre Smartphones zückten begann das 23Uhr-*BlinkiBlinki*... Leider muss man die Bilder und Videos dieses Spektakels für sich behalten. Denn absurder Weise gilt der illuminierte Eiffelturm als Kunstobjekt und ist rechtlich geschützt.

Daraus folgt Tipp 6: Den glitzernden Eiffelturm besser selbst genießen! 


Vom Eiffelturm zurück zum Hotel in "La Defense" haben wir dann fast eine Stunde gebraucht, inklusive schlecht beschilderter Umsteige-Station, wo wir einfach keinen Gleisübergang auf die andere Seiten fanden. Wir mussten uns also noch mal mit Händen und Füßen durchfragen. Normalerweise lustig, aber total müde und kaputt eine Nervenprobe. Was waren wir froh, irgendwann in unseren Betten zu liegen...


 Samstag Morgen, kurz vor sieben: Unsere Wecker klingeln. Aufstehen, fertig machen, überlegen was wir wohl noch brauchen könnten und den Rest in die Taschen packen. Als bis auf unser Handgepäck für den Tag alles im Bus verstaut war, gingen wir erstmal in aller Ruhe im Hotel frühstücken. Nach Kakao, Baguette und Crossaint liefen wir ein letztes mal durch La Defense´s Häuserschluchten. 

Nico wollte unbedingt in einen Park und die gläserne Pyramide des Louvre sehen. Darum fuhren wir mit der Métro bis zur Station "Concorde" und liefen einmal komplett durch den "Jardin de Tuilleries" bis zum Louvre.



Das Wetter war so angenehm, dass wir beschlossen bis zum Centre Pompidou mal nicht die Métro zu nehmen sondern zu laufen. 

Auch das Centre Pompidou hätten wir wahrscheinlich nicht besucht, wenn es die tolle Regelung für junge EU-Bürger nicht gegeben hätte. So wäre unser Plan eigentlich nur gewesen einmal die Rolltreppen hoch zu fahren, die Sicht zu genießen und wieder runter zu fahren. Kostete ja nix.




Doch wir machten einen Abstecher in das "Musée national d´Art Moderne" und hielten uns letztlich über zwei Stunden im Centre Pompidou auf. Neben Werken von Henri Matisse, Pablo Picasso, Marc Chagall, Vassily Kadinsky und Georges Braque begeisterten uns vor allem die Installationen in der unteren Etage des Museums. Das "CAFE LITTLE BOY" gefiel uns besonders gut. Hier gestalteten die Museumsbesucher das Kunstwerk aktiv mit.
Der Besucher ist eingeladen selbst etwas zu hinerlassen und damit anderes zu löschen. Dies ist angelehnt an ein Schulgebäude in Hiroshima, wo Überlebende des Angriffs mit Kreide Nachrichten verfassten.

Tipp 7: Das Centre Pompidou besuchen! Am besten vormittags wenn es noch nicht so voll ist.



Nach dem künstlerischen, kulturellen Besuch wollten wir in den Pariser Stadtteil Marais. Wir entschieden uns wieder zu Fuß zu gehen und kamen zufällig an den FLEUX-Stores vorbei. Hier findet man ein tolles Sortiment aus Interieur, Dekoration und Dingen, die die Welt (nicht) braucht. Gut, dass in unseren Rucksäcken nur begrenzt Platz war, sonst hätten wir am liebsten ALLES mitgenommen. Vorbei schauen lohnt sich auf jeden Fall!



Ich möchte nicht wissen, wie viele Kilometer wir an diesem Tag gelaufen sind... Nachdem wir durch die Gassen von Marais geschlendert waren, legten wir eine kurze Pause an der Seine ein. Danach gingen wir an den Bouquinisten, den kleinen grünen Kisten auf den Mauern am Seineufer, entlang bis zur Notre Dame. Diese kleinen Verkaufsstände in denen man heute Bilder, Bücher und Geschichten längst vergangener Epochen findet, gibt es bereits seit Ende des 18. Jahrhunderts! 

Tipp 8: Métro-Stationen findet man in Paris fast überall. So richtig verlaufen kann man sich deshalb eigentlich nicht. Warum nicht einfach mal drauf los laufen? Das weniger touristisch geprägte Paris ist oft nur ein paar Schritte entfernt und wartet darauf entdeckt zu werden.



Angesichts der langen Schlangen in der stechenden Sonne zur Turmbesteigung und zur Besichtigung entschieden wir hier keinen Gebrauch der EU-Bürger unter 26-Regelung zu machen. Wir verweilten kurz auf dem Vorplatz und machten uns auf die Suche nach der nächsten Métro-Station.


Von der Stoffstraße am Fuße der Sacré Coeur hatte ich schon so viel gehört, dass wir dort unbedingt noch hin mussten. Wir fuhren also wieder nach Montmartre. Kaum von der touristischen Achse zwischen der Métro-Station "Anvers" und der Sacré Coeur nach rechts abgebogen begegneten uns schon die ersten schwer schleppenden Frauen. Hier mussten wir richtig sein ;-)

Neben viel ramsch und sich ekelig anfühlenden Stoffen gab es zweifellos auch tolle Stoffe! Gekauft habe ich aber trotzdem nichts. Vielleicht auch, weil ich am Abend zuvor einen kleinen Laden entdeckt hatte, der etwas anbot was es in dieser Form Zuhause nicht gibt... - Cotton Balls!



Im "La case de paul cousin" kann man sich Cotton Ball-Lichterketten selbst zusammen stellen und aus einer schier endlosen Farbpalette wählen. Preislich sogar günstig! Das sollte mein Paris-Mitbringsel werden! Einziges Problem: Die empfindlichen Kugeln mussten irgendwie Métro-, Seine- und Busfahrt überleben. Oh weia.

Bis zur gebuchten Fahrt mit den Bateaux Mouches hatten wir noch etwas Zeit und beschlossen noch etwas durch unseren Lieblings-Stadtteil zu schlendern, eine Möglichkeit zum Essen zu suchen und unsere Flaschen an den Trinkwasserbrunnen wieder aufzufüllen. Soweit der Plan und dann kam wieder Mister Zufall ins Spiel. Denn kaum hatten wir uns für eine kurze Pause auf dem Bordstein nieder gelassen, befanden wir uns auf einmal Mitten in der "Vachalcade", dem Karneval von Montmartre! Wir trauten unseren Augen nicht! In Paris, mitten in Montmarte! Kapellen, Konfetti und kostümierte Tänzer!


So schnell wie der Karneval auftauchte, war er dann auch wieder verschwunden. Wir sortierten die inzwischen schmerzenden Füße und gingen weiter durch die Rue Yvonne le Tac wo uns eine Boutique des Pariser Labels "Petit Pan" abrupt zum erneuten Stop zwang. Wunderschöne bunte Dinge, Knöpfe, Bänder und Stoffe gab es hier zu kaufen. Je t´aime...

Tipp 9: Augen aufhalten und stehen bleiben!




Nach total französisch untypischer Pizza aus dem Pappkarton und wieder aufgefüllten Trinkflaschen machten wir uns auf den Weg zum Pont de Alma. Zum Glück mit reichlich Zeitpuffer... 2013 mit dem Französisch-Kurs hatte ich die Seine-Fahrt verpasst, weil wir dachten das Schiff lege vom Eiffelturm ab. Und auch dieses mal schien dieser Programmpunkt wie verhext. Nico hatte auf unserem Métro-Plan die Station "Pont de Alma" gefunden, auf die wir uns dann mit der Métro zubewegten bis wir an der Umsteige-Station "Invalides"  feststellten, dass die Station "Pont de Alma" eine Station der RER ist und keine Métro... Kurz tief einatmen und freuen dass uns das mit reichlich Zeitpuffer passiert ist. Die Métro-Station an der die Bateaux Mouches ablegen heißt "Alma Marceau". Also mussten wir mit der Linie 13 zurück zur Station "Champy Ellysée", dort umsteigen in die Linie 1 und bis zur Station "Franklin D. Roosevelt" fahren und von hier noch eine Station mit der Linie 9. Was ein Abenteuer... Métro-fahren können wir jetzt *lach*

Tipp 10: Zahlen bezeichnen Métro-Linien, Buchstaben die RER.

Da wir jetzt wussten wo wir hin mussten und immer noch genug Zeit hatten, fuhren wir... noch mal Métro. Auf der Suche nach einem Park fanden wir schließlich einen französischen Markt. Nico wollte doch unbedingt Stinkekäse probieren! Nachher hatte sie von Gebäck des unterschiedlichst käsigen Aussehens probiert, aber keinen richtigen Stinkekäse. Vielleicht auch zum Glück ;-)

Wir fuhren ein letztes Mal... Métro. Zurück zur Station "Alma Marceau" um uns im Sonnenuntergang auf der Seine schippern zu lassen. Dem Tipp des Reiseleiters folgend setzten wir uns nach ganz hinten, weil die deutschen Ansagen als letztes kämen und man dann gerade passend an den Sehenswürdigkeiten vorbei führe. Wir hörten überhaupt gar keine Ansage, nur das dumpfe Geräusch des Schiffsmotors. Aber letztlich war uns eh nur noch alles egal. Hauptsache sitzen.



Bis zur Rückfahrt um 24Uhr hätten wir jetzt noch 1,5 Stunden totschlagen müssen. Fußlahm beschlossen wir die Lichterfahrt mit unseren Reisebussen nach zu buchen. Die Freude hätte nicht größer sein können, als wir unsere Elefantös-Kissen sahen und feststellten, dass die Lichterfahrt nicht irgendein Mango-Bus fuhr, sondern UNSER BUS! Müde ließen wir uns auf die Sitze sacken und uns durch das beleuchtete Paris fahren. Ein perfekter Abschluss.

Ist noch wer bis hierhin mitgekommen?
Das war also Paris in 39 Stunden. Ein Abenteuer auf das wir noch lange lächelnd zurück schauen werden.

Liebe Grüße, Nadine

PS: Und weil nach der Reise vor der Reise ist und wir so richtig Lust auf weitere Städte-Abenteuer haben, soll das nicht unser letzter Trip gewesen sein! Wenn also jemand Erfahrungen mit günstigen Flügen nach London und Übernachtungsmöglichkeiten für bald arme Studentinnen hat, dann dürft ihr mir auch gern eine Email schicken.

Kommentare:

  1. Da hattet ihr ja was los :D. Ich war vor ein paar Jahren auch mit zwei Freundinnen in Paris, aber ich glaub wir waren drei Tage und das mit dem Zug. Mit dem TGV ist man von uns aus innert weniger Stunden in Paris. Wir hatten unser Hotel auch in La Defense :D. Wirklich sehr eindrücklich dieses Quartier. Bei diesem tollen Wasserbecken waren wir auch und auch sonst an den meisten Orten wo ihr wart. Nur diese schönen Läden habe ich leider verpasst oder es gab sie noch nicht :). Wir sind aber auch oft einfach mal losgelaufen und haben irgendwelche Quartiere entdeckt die am Weg lagen. Was es glaube ich auch noch günstiges gibt, sind die Touristentickets für die Métro. Ich meine jedenfalls dass es die damals gab.
    Wien kann ich dir auch sehr empfehlen für eine Städtereise. London hab ich noch auf der Liste :). Und in Berlin waren wir auch schon, aber ich weiss halt nicht ob das für dich als Deutsche so interessant ist. Ich war ja auch noch nie drei Tage in Bern oder Zürich :D.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Es war einfach toll! Wir hatten uns auch nach Bahn bzw. Fahrten mit dem TGV erkundigt, aber wir hier ja ziemlich auf dem Land hocken wäre eine Bahnfahrt mit vielen Umstiegen verbunden gewesen und auch so schon teurer als das, was wir nun für den kompletten Trip bezahlt haben. Fliegen wäre eine alternative gewesen, aber dafür war unsere Planung zu kurzfristig und die Flüge somit teuer. Für London wollen wir aber definitiv nach Flügen suchen. Nico ist noch nie geflogen! Wien könnte ich mir auch vorstellen und Berlin geht sowieso immer. Aber so richtig abenteuerlich reizen tut eher das Ausland.

      Ich komme übrigens gerade aus dem Kino. Ich habe mit einer anderen Freundin "Heute bin ich Samba" geschaut. Der spielt ja auch z.T in La Defense. Aber jetzt wissen wir, warum der sich nicht lange in den Multiplex-Kinos halten konnte... Nach einer Stunde wären wir fast aufgestanden und gegangen.

      Liebe Grüße, Nadine

      Löschen
  2. Was für ein toller Bericht mit super Fotos, der definitiv Lust auf Paris macht :). Kein Wunder, dass da jetzt weitere Städte-Touren folgen sollen.


    Liebe Grüße,
    Jessica

    AntwortenLöschen
  3. Würde ich nicht in Paris wohnen, hätte ich jetzt richtig Lust dorthin zu fahren! :) Toller Artikel!

    AntwortenLöschen
  4. Schöne Fotos und interessanter Bericht, vielen Dank dafür!

    Ich mag Paris auch sehr, muss dringend mal wieder hin.
    Ebenso London, mein letzter Besuch war in den 90er Jahren, seufz.
    Deshalb kann ich Dir leider keine Unterkunft empfehlen, aber ich habe gehört, dass die B&Bs gut und günstig sein sollen. Tagestickets für die Tube waren damals auch immer ein guter Deal. Und falls Du hin fliegst, unbedingt nach Heathrow fliegen, nicht nach Gatwick! In Heathrow kann man direkt in die Tube steigen. Von Gatwick aus muss man erst noch ewig mit dem Zug fahren und dann noch einmal ewig mit der Tube.
    Besonders mag ich in London neben den üblichen Sehenswürdigkeiten die alten Kaufhäuser Harrods, Liberty und Co.
    Vor allem einen Teeladen möchte ich Dir empfehlen: Whittard.
    Da gibt es neben Tee, Tassen, Kannen und allem nur erdenklichen Zubehör auch sehr leckere Kekse, Marmeladen und Kuchen. Was man halt so braucht für eine echte Teestunde. Dort finden sich auch prima Mitbringsel für die Daheimgebliebenen!
    Ich war immer in der Filiale 65/67 Regent Street, in der Nähe vom Piccadilly Circus.
    Auf https://www.whittard.co.uk findet man aber alle Filialen, falls diese nicht zur sonstigen Tour passen sollte.

    Liebe Grüße,
    Henriette

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Vielen, vielen Dank für deine Tipps! Das ist doch schon mal was! Ich hatte nach Flügen mit Ryanair geschaut, die ja teilweise schon für 10 Euro zu haben sind. Die fliegen aber nach Stansted von wo wir dann mit einem Bus in die Stadt müssten. Wir werden mal gucken. Liebe Grüße, Nadine

      Löschen
  5. Hallo Nadine,
    vielen dank für diese schöne Zusammenfassung. Seit mein Mann mich vor rund sechs Jahren mit einer Reise nach Paris (auch übers WE mit dem Auto) überrascht hat, bin ich in dieser Schöne Stadt verliebt. Ich möchte unbedingt noch einmal dahin. Daher vielen Dank für die tollen Tips.
    LG, Nadine

    AntwortenLöschen

Über Kommentare freue ich mich immer! Danke :-)

Liebe Grüße, Fusselline