Montag, 20. Februar 2017

Große Einhornliebe


Ich liebe es, kleine Menschen glücklich zu machen. Das macht mich glücklich und dafür stelle ich das Nähen für mich selber auch gerne mal zurück. Kein Wunder also, dass es hier auf dem Blog auch oft Kindersachen zu sehen gibt.

Mit dieser kleinen Madame verbindet mich eine ganz besondere Freundschaft, denn was als Babysitten begann ist inzwischen viel mehr als das. Ihre Familie und ich haben uns quasi gegenseitig adoptiert. Sehen wir uns mal eine Woche nicht, fehlt mir schon etwas. So war es auch, als ich alle Hebel in Bewegung setzte, damit meine kleine Madame in der Kur zu ihrem Geburtstags-Outfit kam, oder vielmehr das Festtagsgewand zu ihr...
Versprochen ist schließlich versprochen!



Yvi ist der größte Einhorn-, Elfen- und Feen-Fan den ich kenne. 
Sie liebt diese Fabelwesen sehr, obwohl sie sich von meinen Erzählungen nicht wirklich verzaubern lässt - "In eeeecht gibts aber gar keine Einhörner, Nadine!"
Sie lässt sich nichts vormachen und ich liebe ihre nüchternen Argumentationen, denen man oft nichts mehr entgegen setzen kann:

Neulich war ich Abends bei ihr, als sie nicht einschlafen konnte. Wir lagen also zusammen in ihrem Bett und unterhielten uns über Gott und die Welt. Erwähnte ich, wie gerne ich mit ihr philosophiere? Jedenfalls sagte ich ihr auch, dass ich gerne noch Fotos von ihr mit ihrem Einhornkleid machen würde: "Machen wir das zusammen?", fragte ich - "Aber Nadine... jetzt geht das nicht. Weil jetzt liege ich ja im Bett". Wo sie Recht hat...

 Aber dann kam ein neuer Tag und das gute Wetter, dieses wahnsinns Licht und die vorlesungsfreie Zeit. Ich konnte einfach nicht am Schreibtisch sitzen. Das musste genutzt werden um endlich auch hier "Yvi's Dream" zeigen zu können.



Auf Instagram (@fussellinesblog) konntet ihr fast in Echtzeit mitverfolgen, wie das Kleid Anfang Dezember in einer Nachtschicht entstand. Im Kopf war das Kleid schon viel früher fertig gewesen, aber ich hatte es einfach nicht ins Nähzimmer geschafft. 

Das Ballonkleid Marie von FeeFee wird seit zweieinhalb Jahren rauf und runter genäht. Egal in welches virtuelle Nähzimmer man schaut, fast überall wurde es schon gezeigt. Nur mir, mir fehlte immer ein kleines kleiderliebendes Mädchen... 
Als sich meine Madame aber statt einem Geburtstagsshirt ein Kleid wünschte, war klar:
Jetzt ist Marie fällig!



Fällig bzw. längst fällig war auch das Einhorn, dass Yvi und ich zusammen "Lotte" getauft haben. Lotte habe ich Ende Oktober 2013 genäht, als die allerersten Einhörner von hamburgerliebe das Licht der Welt erblickten! Schon ganz schön lange her... 

Sie basiert auf dem Knuffelpferdchen von Farbenmix, dem ich mittels Matratzenstich einfach ein Horn verpasst habe und sollte Highlight meiner kleinen (noch nie gezeigten) Einhorn-Kollektion werden, die ich damals meinem Lieblingsmädchen zugedacht hatte. Die wollte von Einhörnern aber so gar nichts wissen. Da hätte ich mal Marktforschung betreiben sollen... So lebte Lotte fortan in meinem Nähzimmer und wartete auf ihren großen Auftritt, den sie hier und jetzt endlich bekommt!


Wie im Post vom Geburtstagsshirt der Feldmaus schon beschrieben, bin ich eigentlich kein Fan von festen Geburtstagszahlen auf Kleidungsstücken. Trotzdem weiß ich auch noch von mir, wie stolz ich als Kind auf das weitere Lebensjahr war und am liebsten jedem erzählte, dass ich Geburtstag habe. Also irgendwie muss die Zahl ja schon sein, nur eben nicht dauerhaft!


Eine super Sache sind da Ansteck-Broschen oder Orden wie ihr sie bei AnneSvea für alle möglichen Verdienste erwerben könnt. Anne hatte diese vor 4 Jahren? (Himmel, was vergeht die Zeit!) für die Farbenmix-Mitarbeitern auf der Swafing Hausmesse gefertigt. Das hatte mir so gut gefallen, dass ich sie nun aus der Erinnerung für Yvi's "5" nachgenäht habe.


Wir hatten einfach wahnsinnig viel Spaß diese Fotos zu machen. Ich kann euch versichern, dass sie von diesem Shooting bei niedrigen Temperaturen keinen Schaden davon getragen hat und nur kurzzeitig ihre Jacke abgelegt hat. Mit Jacke entstand dann nämlich mein absolutes Lieblingsbild dieses Shootings...

Liebe Grüße, Nadine

Zutaten
Schnitt Kleid: Ballonkleid Marie von FeeFee-Fashion
Schnitt Mütze: Drachenmütze aus dem Multi-Mützen-Mix von Farbenmix (hier gezeigt)
Schnitt Einhorn: Knuffelpferdchen von Farbenmix
Einhorn-Stoff: Stoffschatz "Leni's Dream" von hamburgerliebe
Sonstige Stoffe: Lisas Stoffe Rheda
Ösen: Snaply

Verlinkt bei: Simply January's Einhornliebe-Linksammlung

Samstag, 11. Februar 2017

Zeitreise in die 1960er Jahre: Besuch des Museum Wäschefabrik, Bielefeld


Es ist Sonntag Vormittag und normalerweise würden wir den Teufel tun und am Wochenende in unsere Uni-Stadt fahren. Es ist eisig kalt, spiegelglatt und richtig hell wurde es an diesem Tag auch nicht. Wir fahren mit der S-Bahn unter dem Bogen der Dürrkopp-Werke hindurch und müssen dann noch ein kleines Stück laufen. Ob wir hier wirklich richtig sind? Doch da steht es: "Museum Wäschefabrik"! Etwas versteckt in einem Hinterhof befindet sich das imposante und heute wirklich ganz besonders wirkende Gebäude. 

Wir gehen, äh schlittern (der Nebel gefriert einfach sofort) die Stufen zum Eingang hoch und stehen kurz darauf am Empfang einer Wäschefabrik der 60er und 70er Jahre. 




Alles ist, als wäre die Zeit hier einfach stehen geblieben. Als hätten die Mitarbeiter nur kurz ihren Arbeitsplatt verlassen um gleich zurück zu kehren. Erst auf den zweiten Blick entdecken wir die dezent gesetzten Informationstafeln, die uns vergewissern, dass wir wirklich in einem Museum sind und nicht wirklich eine Zeitreise angetreten haben.


Überall Stoffe, teils in raumhohen Regalen lagern sie manchmal in Seidenpapier eingeschlagen mit einer nur etwas angewachsenen Staubschicht. Das reinste Paradis für jede Nähbegeisterte und den Freund besonderer Fotomotive. Fasziniert und darauf bedacht bloß nichts zu berühren, was dieses ganz besondere Ambiente verändern würde, gehen wir durch die Räume. Dann entdecken wir den Nähsaal und auch wenn meine Freundin und Kommilitonin mit dem Nähen so gar nichts am Hut hat, stehen wir nun beide sprachlos im Türrahmen. Der Anblick von dutzenden Nähmaschinen, dem schummrigen Licht und den großen Fenstern, durch die das wenige Licht von draußen hinein fällt verschlägt einem wirklich für einen kurzen Moment die Sprache, bevor "guck mal,..." und "oh, was ist das denn?" den Raum erfüllen.




Ich stehe eine Ewigkeit vor diesen Maschinen. Sogar Kettelmaschinen und Vorgänger der Cover-Maschinen kann ich entdecken. In meinem Kopf höre ich ein Meer des Maschinenratterns. Wie Stops und Go´s beim Nähen wild durch den Raum schallen. 
Wie gerne wäre ich unter dem Absperrband hindurch geklettert und hätte einer der Maschinen in Gang gesetzt. 


Von 1913 bis in die 1970er Jahre wurde hier Aussteuer- und Leibwäsche produziert. Das bekannteste hier gefertigte Kleidungsstück dürfte das "Babydoll" sein. Es besteht aus einer kurzen Pumphose und einem weiten, losen und leicht A-förmig geschnittenen Oberteil ohne Ärmel, dass inzwischen auch wieder im Museum Wäschefabrik oder per Mail bestellt und gekauft werden kann. 

Nach dem Tod der Brüder Theodor und Georg Winkel, die die Wäschefabrik 1938 vom jüdischen Firmengründer Hugo Juhl kauften, verzichteten die Erben auf die Verwertung der Einrichtung und der Gebäude. So legte die Wäschefabrik einen Dornröschenschlaf ein. 1986 wurde sie von einem Bielefelder Fotograf bei der Suche nach Motiven wiederentdeckt, 1987 unter Denkmalschutz gestellt und nach der Bildung eines Fördervereins, der die Fabrik 1993 kaufte, bis zum Jahre 1997 als Museum umgestaltet.



Normalerweise hat mein Studium nicht so viel mit meinen Hobbys gemeinsam, aber ich studiere unter anderem das Fach Sachunterricht. Das setzt sich bei uns aus den Fachwissenschaften Chemie, Biologie, Physik, Sozialwissenschaft und Geschichte zusammen. Da Schule nicht nur trockener Unterricht sein soll und speziell Geschichte für Kinder etwas so abstraktes ist, war es in diesem Semester unsere Aufgabe außerschulische Lernorte in der Region aufzusuchen und anschließend vorzustellen.
Dafür habe ich während unseres Besuches im Museum fotografiert und schon vor Ort war mir klar, dass ich auch hier von dem Museum berichten möchte.



So doof es klingen mag, aber auch ich kann mir in die schwarz/weißen Familien-Fotos meiner Eltern nur schwer Farbe denken und so überhaupt die damalige Realität vorstellen. 

Aber natürlich war früher nicht alles schwarz/weiß. Der also so schwer zu begreifende zeitliche Wandel kann hier im Museum Wäschefabrik hautnah, live und in Farbe erlebt, oder wie es an diesem Hemd so schön hieß: "das Wohlgefühl der Wirtschaftswunderjahre", getestet werden.


Ich gebe zu, dass ich mich für Museen sonst nicht wirklich begeistern kann. Ich finde es langweilig vor Glasvitrinen zu stehen und mir zusammengesammelte Werke anzuschauen. Aber das hier hat mich "geflasht"! Hier ist nichts gesammelt und aufgestellt worden um es den Besuchern zu präsentieren, es hat sich durch die Geschichte der Fabrik selbst angesammelt und ist dort so vorzufinden, wie es die Mitarbeiter zurück gelassen haben.



Es hat uns großen Spaß gemacht, die Wäschefabrik auf eigene Faust zu erkunden. 
Wer noch mehr über die Arbeit in der Fabrik erfahren möchte, kann aber auch eine Führung durch das Museum oder das gesamte Spinnereiviertel Bielefelds buchen. 
Speziell für Kinder wird ein vielfältiges museumspädagogisches Angebot bereit gehalten, dass sowohl für den privaten Besuch, als auch für Kindergärten und Schulen ausgelegt ist.



Ich hoffe, ich konnte meine Begeisterung annähernd rüber bringen und überschwappen lassen. Und falls es mal ein Blogger-Event hier in der Nähe geben sollte, ich wüsste ja schon, was dann ein "must-visit" wäre...

Geöffnet ist das Museum an jedem Sonntag von 11-18 Uhr, für Gruppen natürlich auch nach Absprache zu anderen Zeiten. Ihr findet es in der Viktoriastr. 48a
33602 Bielefeld. Der reguläre Eintritt kostet 3 Euro, Ermäßigt 1,50 Euro.

Vielen Dank an den Förderverein des Museums, der dieses Stück Industriekultur so für die Nachwelt be- und verwahrt und dass ich euch hier auf dem Blog ein paar Einblicke geben durfte!

Liebe Grüße, Nadine

Donnerstag, 2. Februar 2017

"Mingos" zum 2. Geburtstag (Freebie Applikationsvorlage)


Dass ich unsere Nachbarskinder fest ins Herz geschlossen habe und sie gerne mit Genähtem bedenke, ist kein großes Geheimnis. Darüber habe ich im letzten Jahr schon mal geschrieben. Ihre Vorlieben haben meinen Stil in den letzten drei Jahren spürbar geprägt. Es macht mir wahnsinnig Spaß immer wieder neues auszuprobieren und sie glücklich zu machen. 

Ende Dezember ist unsere Feldmaus schon zwei Jahre alt geworden und egal wie stressig die Weihnachtszeit immer ist, das Nähen des Geburtstagsshirts lasse ich mir nicht nehmen. Dafür würde ich sogar eine Nachtschicht einlegen.


Flamingos waren zum Geburtstag der Feldmaus bei ihr hoch im Kurs und so war klar, dass die auch auf dem Geburtstagsshirt verewigt werden müssen. Ob sie diese Liebe von ihrem großen Vorbild hat? 

Ich kann wirklich nicht gut malen, aber der "Wunsch" war mir natürlich Befehl. Also begann ich mir eine Vorlage zu zeichnen. So realistisch wie möglich aber eben auch grob genug für die Umsetzung als Applikation. Weil euch die schon bei Instagram so gut gefiel, stelle ich sie euch hier für den privaten Gebrauch kostenlos zur Verfügung (Wer sie gewerblich für die Fertigung von Einzelstücken nutzen möchte, sendet mir bitte eine Anfrage per Email!).



Fest aufgebrachten Zahlen mag ich auf Kleidungsstücken eigentlich nicht so. Wegen der Langlebigkeit. Es passt ja doch vieles länger als ein Lebensjahr. Für die Feldmaus habe ich da eine Ausnahme gemacht, denn sie wächst wie Unkraut. Da war schon beim Nähen klar, dass ich dieses Wachstum auch beim Selbernähen schlecht auffangen kann, wenn ich der optimalen Passform keinen Abbruch tun möchte. Und schließlich war sie einfach sooo stolz "Burtstag" zu haben. Unsere schon ganz schön große Feldmaus... 

Wie man die Jahreszahl hervorheben kann ohne sie direkt auf das Kleidungsstück aufzubringen zeige ich euch hier demnächst auch noch. Ich hinke hinterher, ich weiß.



Die Feldmaus weiß auch ganz genau, dass dieses Shirt ihr Geburtstagsshirt ist. Wenn man sie fragt, warum sie denn heute ihr Flamingo-Shirt trägt, singt sie sich schon mal selbst ein "Happy Birthday".

Liebe Grüße, Nadine

Zutaten
Shirt: Lina von Ki-ba-doo, einfach ohne Passe genäht.
Applikationsvorlage: Freebie von mir für euch
Stoffe: aus dem heimischen Stoffladen

Dienstag, 24. Januar 2017

Einstellungssache

Der erste Monat des neuen Jahres neigt sich schon dem Ende zu und ich schreibe meinen ersten Blogpost des Jahres 2017, mit dem ersten Nähwerk und den ersten Fotos aus 2017. 

Eigentlich müsste ich noch ein paar Werke aus 2016 nachholen und auch hier die Projekte vorstellen, an denen ich aktuell arbeite, aber die Bilder von meinem letzten Wunscherfüller-Projekt passen gerade so gut zu meinen Gedanken, dass ich sie hier nicht länger vorenthalten möchte. 


Irgendwie ist doch jedes Jahr eine Chance nochmal neu anzufangen, oder?
Es muss ja nicht gleich das umwerfen der kompletten Lebensperspektive sein, oft reicht schon die Einstellung mit der wir an eine Sache heran gehen.

Mein letztes Jahr war mit einigen weniger schönen Ereignissen durchzogen und viel zu schnell habe ich mich bei dem Gedanken erwischt, dass 2016 NUR schlecht war. Aber das war es natürlich nicht! Trotzdem sind es die einschneidenden Erlebnisse, die mit ihren Narben viel schneller vor unseren Augen sind, als die kleinen Momente des Glücks. 
Es liegt also an uns, die Glücksmomente festzuhalten, sie für schlechte Zeiten zu konservieren und dann darin schwelgen zu können.

Puh, das klingt schon wieder so esoterisch... Aber denken wir doch mal praktischer: Wie man sich Dinge schön reden kann, so kann man sie sich natürlich auch schlecht reden. Das ist das selbe Prinzip. Natürlich will ich jetzt nicht appellieren, sich alles schön zu reden (Quervermerk: Alternative Fakten ;-)), aber eben zu versuchen die Dinge so zu akzeptieren wie sie sind und das Beste daraus zu machen, anstatt sich an jeder Kleinigkeit mit negativer Stimmung aufzustacheln. Das macht unglücklich und ist auf Dauer nachweislich ungesund.

Ich habe mir für 2017 vorgenommen genau DAS zu tun. Egal was ist und was da so kommt:

"Think positiv!"

Nun aber zu meinem letzten Wunscherfüller-Projekt: 


Eve ist die kleine Schwester einer lieben Kommilitonin und hat, wie es sich für Geschwisterkinder gehört, ihren ganz eigenen wunderbaren Kopf. Sie ist nicht das typische Mädchen in einer vierten Klasse, sondern ein Wildfang, der zu sich selbst steht. Warum ich das so schreibe? Nun ja, auch ich habe erstmal etwas schief geguckt, als mir berichtet wurde, dass es Zuhause ein großes Drama gab, weil Eve´s geliebter Elfenpulli nicht mehr passte. Nicht unbedingt das Kleidungsstück, was ich jetzt so einem großen Mädchen zugeschrieben hätte.

Aber Eve liebt es gemütlich, schwingend und kuschelig. Sie ist absolut nicht der Ansicht, dass Zipfelpullis mit Zipfelkapuzen nur etwas für kleine Mädchen sind. 



Eve´s Eigensinnigkeit gefiel mir mit jeder Erzählung besser und so bot ich an, ihr einen neuen, wieder passenden Elfenpulli zu nähen. 

Heimlich suchte ich mit ihrer großen Schwester den wunderschönen doubleface-Sweat mit glitzernden Sternen aus und überlegte, mit welchem Schnitt ich zu einem Elfenpulli kommen würde. Aufgrund der Größe und der bewährten Mialuna-Passform entschied ich mich für den Schnitt Indira. Weil dieser aber nicht unbedingt für Sweat ausgelegt ist, wählte ich eine Größe größer und wollte ggf. kürzen. Für die Kapuze nahm ich mir den Schnitt Bea von Farbenmix zur Hand.

Da der Sternensweat auf der anderen Seite ein tolles Streifenmuster hat, dass nicht versteckt werden muss, schlug ich die Säume nach außen um, sodass sie dem Pulli ganz besondere Abschlüsse verleihen.


Tja, was soll ich sagen? Bei Eve´s Freude ging mir das Herz auf... Sie liebt ihren neuen Elfenpulli abgöttisch und er wird in Dauerschleife getragen. Kürzen durfte ich ihn übrigens nicht, so will sie ihn noch lange tragen können.

Liebe Grüße, Nadine

Zutaten
Schnitt: Indira von mialuna mit abgewandelter Kapuze nach Bea von Farbenmix
Stoff: Lisas Stoffe Rheda

Montag, 12. Dezember 2016

Pastellfarbener Kleinkram


Ich danke euch für die liebe Resonanz auf meinen letzten Post! Sich selbst treu zu bleiben, daran muss man sich einfach immer wieder erinnern.

Ich nähe definitiv weniger als noch zu meiner Schulzeit oder auch während meines freiwilligen sozialen Jahres, aber ich will hier auch nicht mit jeder Kleinigkeit langweilen und die entstehen ja doch überwiegend, weil's schnell gehen muss, weil ein Geschenk gebraucht wird oder eben nicht die Zeit für große Projekte da ist. Aber wenn der Kleinkram schon mal hübsch abgelichtet und die Fotos Blogfertig bearbeitet auf dem Laptop schlummern, dann kann zeig ich euch hier heute doch mal Kleinkram.


Pastelltöne sind ja gerade voll "Inn" und stehen kleinen Mädchen einfach besonders gut. An dem wunderschönen pastellblauen Jersey mit dem warten Millefleur-Muster konnte ich einfach nicht vorbei gehen und so entstand daraus ein niedliches Shirt für meine kleine Feldmaus. Und wo ich schon mal dabei war, bekam sie noch drei Beanie-Mützen, die farblich zu den vorhandenen Schlauchschals passen. So hat sie zu jedem Outfit eine passende Mütze.


Bei der Größenwahl einer Beanie-Mütze ohne Bündchen gehe ich übrigens nie nach den angegebenen Größen! Da stand der Mützenrand bei mir jedes mal von der Stirn ab und die Mütze saß zu locker. Stattdessen vergleiche ich den Kopfumfang mit dem Saummaß des Schnittmusters und nehme die minimal kleinere Größe. Weil der von mir für Beanies verwendete Jersey immer Elasthan enthält und somit dehnbar ist, liegt die fertige Mütze nachher schön am Kopf an.

Liebe Grüße, Nadine


Zutaten
Beanie-Mützen: Bennie-Beanie von Fritzi 
Shirt: Shirt aus der Zwergenverpackung 1 von Farbenmix
Stoffe: aus dem heimischen Stoffladen

Montag, 5. Dezember 2016

Von Zeitmanagement, Prokrastrination, dem Bloggen und meinem neuen Basic-Strickmantel


Zeitmanagement ist nicht wirklich meine Stärke. Das erklärt auch, warum es hier immer mal wieder etwas stiller ist. 

Ich setze meine Prioritäten gerne spontan und aus dem Bauch heraus. Das funktioniert zu Semesterstart noch ganz gut, wird aber mit fortlaufendem Workload eine stressige Angelegenheit. Die guten Tipps und Vorsätze aus dem Zeitmanagement-Workshop, an dem ich freiwillig teilgenommen habe, haben genau zwei Tage gehalten...


 "Prokrastrination" ist sozusagen das schlaue Wort für "Aufschieberei". Und das kann ich. In Perfektion. Weil ich lieber die Sonne genieße, wenn sie schon mal da ist, weil ich lieber die AG für meine Grundschuler vorbereite, die ich noch anbiete, als eine Hausarbeit über Martin Luther zu schreiben, weil man im Advent nunmal Plätzchen backen muss und es jetzt die beste Zeit ist um die Skipisten für sich zu haben,...

Es ist wahrlich nicht einfach alles neben dem Studium unter einen Hut zu bringen. Ich mache einfach zu viele Dinge gerne und alles ist mir auf seine Art wichtig. Mein Blog ist da eben nur ein kleiner Teil von einem großen Ganzen und auch wenn ich indirekt immer ein ganz schlechtes Gewissen habe, wenn es hier so lange still ist, ist er das, was eben ganz hinten ansteht. 




Auf den Rat einer anderen Bloggerin habe ich kurzzeitig GoogleAnalytics ausprobiert und mich dabei furchtbar schlecht gefühlt... Warum soll ich mir auch noch Gedanken machen müssen, was ich wann und wie Poste um damit den größtmöglichen Profit (ich denke dabei an Leserzahlen, Klicks, Kommentare und likes und nicht nur evtl. geldlichen Profit) zu erzielen? 

Ich will doch in aller erster Linie Grundschullehrerin werden - Das muss ich mir einfach immer wieder bewusst machen, wenn ich durch Instagram, Facebook und die Blogs streife und das Gefühl bekomme "nicht gut genug" zu sein. Es ist ok, wenn andere eine Kooperation nach der anderen eingehen, es täglich an die Nähmaschine schaffen und fast in Echtzeit tolle Bilder präsentieren und dabei noch hier und dorthin reisen, dies und jenes erleben und vielleicht sogar noch vom Bloggen leben können. Mein Ziel ist es, vor einer quirligen Schulklasse zu stehen, mit ihnen die Welt verstehen zu lernen und glücklich zu sein. Ich will von meinem Blog nicht leben, nicht "reich und berühmt" werden... Dann sollte ich doch nicht mal mir selbst Rechenschaft schulden.

Alles nicht so einfach.


Nun aber endlich zu dem, was ihr zwischen den Zeilen schon sehen konntet. Ich habe es endlich geschafft, den Basic-Strickmantel von Ki-ba-doo aus der Feder von unserer Frau Liebstes zu nähen. Der Schnitt löste schon bei der Vorstellung in ihrem Blog ein absolutes "Haben-wollen-Gefühl" bei mir aus, aber ich bin einfach kein Fan von Ebook-Kleberei... Auf dem letzten Stoffmarkt hier im Ort, fand ich dann den Papierschnitt davon, kaufte direkt Stoff und nähte ihn in einem kleinen Zeitfenster schnell zusammen. Er ist nämlich wirklich - wie es sich für einen Basic-Schnitt gehört - fix genäht. Mit seinen überlangen Ärmeln und den eingearbeitet Taschen in denen die Hände verschwinden können und evtl. noch einem zusätzlichen Monsterschal lässt sich damit auch ein langer Unitag erträglich machen.

Darunter trage ich ein Lady Pepe Shirt genäht nach Mialuna ohne Schulter-Einsätze aus meinem Amsterdamer Stoff-Souvenier. Den fand ich während meines Kurztrips in einem der seitlich angesiedelten Stoffläden auf dem Albert Cuyp-Markt. Dieser Ort ist ein kleines Paradies für alle, die während ihres Amsterdam-Besuchs auch Stoff shoppen wollen. An welchem anderen Ort findet man so viele Möglichkeiten für den Stoffeinkauf an einer einzigen Straße?


Ich liebe meinen Strickmantel total, denn die große Kapuze kann man sich notfalls auch mal wie eine Bettdecke über den Kopf ziehen, wenn man zu viel prokrastriniert hat und man alle Verpflichtungen wie eine große Welle auf sich zurollen sieht ;-)

Liebe Grüße, Nadine

Zutaten
Mantel Schnitt: Basic-Strickmantel von Ki-ba-doo, Gr. 34
Mantel Stoff: aus dem heimischen Stoffladen, leider habe ich keine Bezeichnung der Stoffart parat
Shirt Schnitt: Lady Pepe von mialuna, Gr. 34
Shirt Stoff: Mitgebracht aus dem Holland-Urlaub