Montag, 2. Mai 2016

Lieblingsmädchen, Räuber und Feldmaus - Unikate für die Nachbarskinder


Wann immer es die Zeit zulässt benähe ich liebend gerne unsere Nachbarskinder. Das Lieblingsmädchen und den Räuber kennt ihr ja schon lange. Sie sind natürlich nicht meine Kinder, aber zumindest ein bisschen meine kleinen Ersatz-Geschwister, wenn ich nach stundenlanger Schreibtischarbeit meine Energie loswerden muss und wir zusammen auf dem Trampolin rumtoben.

In der letzten Woche hat Frau Nachbarin einen ganzen Schwung zu klein gewordener Fusselline-Unikate aussortiert und wieder rüber gebracht. Diese habe ich durchgesehen und zusammen mit ein paar anderen Sachen in mein Flohmarkt-Profil bei instagram gestellt (@fussellinesflohmarkt). Ich habe es leider nicht geschafft, auf allen Kanälen Bescheid zu sagen, aber ein paar Sachen sind auch noch da ;-) Wirklich ein unbeschreibliches Gefühl all diese Sachen wieder in den Händen zu halten, die ich teilweise vor Jahren genäht habe und man sich noch ganz genau erinnern kann, wie sie entstanden. Aufträge nähen ist schön, aber wenn ich die Kinder sehe, wie sie meine Werke im Alltag tragen, auch mal wild durcheinander Fusselline von Kopf bis Fuß... Ja, in diesen Momenten ist Nähen tatsächlich Liebe mehr denn je. DAS ist was mich so glücklich macht. Deshalb dürfen und sollen die Sachen schonungslos getragen werden. Es darf auch mal ein Teil mit Flecken aus dem Malkurs in die Tonne wandern. Es ist okay. So muss das sein. Dann weiß ich: Alles richtig gemacht.


Auch für die Feldmaus, ebenfalls eines unserer Nachbarskinder, habe ich schon so manches Teil genäht. Fotografieren bei und mit ständig weg- oder zu schnell auf die Kamera zu krabbelnden Kind war aber eher schwierig. Da ging mir schon mal ein Teil durch die Lappen. Nun läuft die Kleine und es ist herrlich ihr bei ihren noch wackeligen Schritten zuzusehen und mit der Kamera festzuhalten, wie sie alles um sich herum entdeckt. Wenn sie dann auch noch etwas genähtes trägt, entstehen schon mal ein paar Blogbilder. 


Die Feldmaus trägt eine kleine Bella nach Mialuna, die ich ohne Passe aus gehütetem Lillestoff-Nicki genäht habe. Viel getragen und sehr geliebt.

Liebe Grüße, Nadine

Zutaten
Jacke: Bella von Mialuna
Stoff: Lillestoff (aus der persönlichen Schatzkammer)

Dienstag, 26. April 2016

Malotty die dritte


Malotty gehört wirklich zu meinen Lieblingsschnitten. Jetzt, wo die Zeit der kuscheligen Hoodies mit den markanten Kordeln und lustigen Namen vorbei geht, dürfen die etwas luftigeren Oberteile wieder aus dem Schrank. Ich verlängere den Schnitt etwas und kombiniere das Oberteil dann gerne mit einer schlichten Skinny-Jeans. Dann darf das Oberteil auch etwas bunter sein. 



Den dünnen Sweat-Stoff mit dem auffälligen Print habe ich vor längerem in unserem Stoffladen gefunden und fand ihn total cool. Wieder ein Teil, dass vom Stil selten als Selbstgenäht enttarnt wird.


Liebe Grüße, Nadine

Donnerstag, 21. April 2016

Der blöde Sockenhund


Kinder vergessen ihre Mützen, ihre Taschen, ihre Jacken, ihre Hausaufgaben, was sie tun sollten,.... - Aber niemals was ihnen jemand versprochen hat. 

Die Nachbarskinder brachten aus dem letzten Sommerurlaub Bastelpackungen für Sockentiere mit. Altersempfehlung ab 7 Jahren - Ist klar...  Nachdem Frau Nachbarin mit dem Lieblingsmädchen und dem Nähen per Hand nicht weit gekommen war, haben das Lieblingsmädchen und ich ihre Katze "Monsta" zusammen an der Nähmaschine genäht. Uff, so ein Fuddelkram ist echt gar nicht meins und dann das Annähen von zusätzlichen Körperteilen auf dem strechigen Sockenstoff. Boa, war ich froh als dieses Vieh fertig war.
Aber der Räuber hatte ja auch noch seine Bastelpackung... Die Konzentration und Begeisterungsausdauer des fünfjährigen einschätzend, keine Chance das ebenso wie mit dem Lieblingsmädchen zusammen zu nähen. Also wurde mir die Packung mitgegeben und Oma Nachbarin sagte zum Räuber "Nadine näht dir das!" - Welche Auswirkungen dieser Satz hatte...

Dann kam der Alltag und damit die Einschränkung der Nähzeit. Wenn ich sie mir erkämpft hatte, fielen mir tausend Dinge ein nur um dieses Vieh nicht zu nähen. Aber der Räuber vergaß den blöden Hund nicht. Bei jeder Gelegenheit fragte er nach seinem Hund. Zuerst nur: "Nadine, ist mein Hund schon fertig?" und im Laufe der vergehenden acht Monate quengeliger: "Wann nähst du endlich meinen Hund?" - Mein schlechtes Gewissen immer größer werdend... Es war zwar genau genommen nicht mein Versprechen, aber ich hätte es meinem kleinen Nachbarn auch schlecht abschlagen können. 

Als das Lieblingsmädchen nun Kommunion feierte und der Räuber schon gar nicht "kommen" wollte, weil ja nur das Lieblingsmädchen Geschenke bekäme, 
sagte ich: "Das weißt du doch noch gar nicht!". 
Dann bekam er den Hund zur Kommunion seiner Schwester und er hat sich sooooo gefreut. Darüber, dass er auch etwas geschenkt bekam und darüber dass sein Socken-Hund auch endlich fertig geworden war.

Liebe Grüße, Nadine 

Freitag, 8. April 2016

Blogger, Instagrammer, Facebooker - Welchen Stellenwert räumt man der Online-Identität ein?


Ricarda von Pech und Schwefel hat einen tollen Blogpost über die Specktakularität von Blogs geschrieben. Ja, wie weit geht man? Welchen Stellenwert räumt man der Online-Identität ein?

Je mehr man sich einen Namen macht, so weiter rückt die eigentliche kreative Arbeit doch in den Hintergrund. Content, content, content!
Blog, instagram und facebook pflegen, fleißig kommentieren, Herzen und Däuchen verteilen, nebenbei neue Ideen (die die Welt noch nicht gesehen hat) aus dem Ärmel schütteln, umsetzen und davon natürlich profimäßige Hochglanzbilder machen. Manchmal wünsche ich mir die Zeit der NUR Blogs zurück, wo es noch darum ging ETWAS gut zu können und nicht eine ganze “one-women-show” (furchtbares Wort, ganz furchtbar!) abliefern zu müssen.

Freisprechen kann ich mich davon natürlich auch nicht und doch habe ich beschlossen, dass ich diese Spirale nicht endlich mitgehen werde. Ich bin kein Profi-Fotograf, kein Webdesigner, kein Model und schon gar kein Mensch, der über Leichen gehen kann! Ich wollte doch nur zeigen, was ich kann - nähen! Das macht mir Spaß, das macht mich glücklich und natürlich spornt es an, wenn dann jemand schreibt, dass man gut kann, was man tut.


Wer steckt hinter so einer Online-Identität? Wie sind die im Real-life?

Wisst ihr, warum ich auf den meisten Bildern nach unten schaue? Ich kann nicht posen, ich will nicht posen. Das bin ich nicht. Niemals könnten wir im belebten Park oder der Stadt fotografieren. Mir ist einfach nicht genug egal, was andere denken. Wenn ich Kleidung für mich nähe gilt inzwischen, besonders und verspielt ja, aus der Reihe stechen muss aber nicht so sein. Viele Kommilitonen wissen gar nicht um mein Hobby, Blog und co. und genau so möchte ich es. Ich bin nicht nur Fusselline, ich bin auch einfach 21-jährige Studentin, Freundin, Tochter,... mit allem was dazu gehört. 

Früher habe ich mir fürs Nähen und Bloggen die Nächte um die Ohren geschlagen. Ja, ihr wollt nicht wissen, wie ich teilweise im Unterricht saß... Warum? Weil ich mir die Latte grundsätzlich recht hoch lege und ich natürlich auch so einen tollen, perfekten und erfolgreichen Blog mit vielen Lesern haben wollte. Es wäre gelogen, wenn ich heute behaupten würde, dass mir Leserzahlen und Follower egal wären, aber ich versuche mich davon weniger beeinflussen zu lassen. Und doch erwische ich mein schlechtes Gewissen, wenn der letzte Post schon wieder länger zurück liegt, sich die Mails im Postfach stapeln, ich auf instagram noch keine Herzchen und Kommentare verteilt habe und mich Facebook mal wieder daran erinnert "xxx Leute haben lange nichts mehr von dir gehört!".


Manchmal mag ich das alles hinschmeißen, aber dann sage ich mir “Du bist der Boss!". Das echte Leben, DAS wartet nicht. Die x-tausend Follower auf sämtlichen Kanälen stehen nicht morgens um 7 Uhr mit Brötchen vor deiner Haustür um dich krank und nicht genug vorbereitet für die Klausur fit zu bekommen. 



Nachdenkliche Worte zum Wochenende... Dabei wollte ich doch eigentlich nur meine neue Sweatjacke mit Puffärmeln zeigen, die ich mir genäht habe. Abgewandelt vom Schnitt Lady Bella von mialuna und für mich in Weiten und Längen angepasst. Schlicht, besonders und doch etwas verspielt. Ich liebe sie. 

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!
Nadine

Zutaten:
Sweatjacke: Abgewandelt und für mich angepasst basierend auf "Lady Bella" von mialuna
Stoffe: Aus dem heimischen Stoffladen, der Fisch-Stoff war ein Geschenk meiner Blog-Kollegin Lila-Lotta

Dienstag, 29. März 2016

Charliebag

Seit über einem Jahr geistern diese Taschen durch die Blogs und die sozialen Netzwerke und schon lange will ich sie Nachnähen. Aber viele dieser Taschen beruhen auf einem Schnitt von Burda und Burda-Schnitte sind so gar nicht meins. Drei mal habe ich versucht nach Burda zu nähen, drei mal bin ich gescheitert und war das Teil für die Tonne. Nein danke. Da fiel mir ein, ich habe ja den besten Schnittbasteler im Haus...



Ihm das Tutorial von "Draußen nur Kännchen" gezeigt, grob die Proportionen geschätzt und eine Stunde später hockte ich mit dem aus Zeitungspapier ausgeschnittenen Teil im Nähzimmer ;-)

Über die entstandene Tasche durfte sich dann meine liebste Patentante zu Ostern freuen. Und ich brauche unbedingt auch noch eine oder besser zwei, drei, vier!

Liebe Grüße, Nadine

Zutaten
Charliebag: Schnitt frei Schnauze selbst gebastelt
Stoff: Notting Hill "Primrose", war ein Geschenk meiner lieben Blogger-Kollegin Lila-Lotta

Sonntag, 27. März 2016

Frohe Ostern!


Ich hoffe ihr habt alle Verstecke ausgemacht und die Nester geplündert? 

Liebe Grüße, Nadine