Samstag, 20. August 2016

Nähen mit Jersey: Der Lieblings-Hoodie


Auf instagram konntet ihr schon das ein oder andere Bild erhaschen. Ich habe mich riesig über das neue Buch von Julia/Lillesol und Pelle gefreut und direkt mal alle Modelle von den beiden großzügigen Schnittbögen abkopiert. Wenn mich doch schon mal die Lust dazu packt, muss das auch ausgenutzt werden. 

Nähen mit Jersey, heißt es nach dem Buch von unserer lieben Pauline/Klimperklein jetzt also auch für uns Große! Viele, viele Easy Basics und passende Accessoires für die Damengarderobe und die Größen 36-46 warten darauf genäht zu werden. 



Als erstes Projekt habe ich mir den Lieblings-Hoodie ausgesucht. Da kann beim Austesten der Größen nicht so wahnsinnig viel schief gehen. Heraus gekommen ist ein kuschelig-lässiger Feder-Hoodie. Obwohl ich mit meinen Körpermaßen genau der Maßtabelle von Gr. 36 entspreche, beschleicht mich die Vermutung, dass eine Größe 34 im Buch gar nicht schlecht gewesen wäre. Ich persönlich mag es sonst nicht so weit, aber mein Feder-Hoodie ist noch so gerade in Ordnung. Da bin ich auf die weiteren Schnitte gespannt.

Dieses Problem habe ich momentan aber auch in der Damenabteilung sämtlicher Modehäuser... Mag es an der aktuellen, weiteren (kartoffelsackigen) Mode liegen oder an meiner Figur? Mir passt gerade gar nichts. Der Shopping-Ausflug zum Mode-Schweden endete gefrustet mit drei Jeans-Hosen. Wenn selbst Größe 34 oder XS ein Sack ist, dann muss ich mich zum Schrank auffüllen mal wieder an die Nähmaschine setzen. Aber bei dem, was ich momentan an Schoki brauche, um am Schreibtisch nicht durchzudrehen, kann ich doch unmöglich zu schmal sein für das alles sein?! An wem sieht das dann bitte GUT aus?


Ich werde mich mal nach und nach durch das Buch nähen und weitere Modelle testen.
Der Schrank will schließlich für den nahenden Herbst gefüllt werden und da dürfen Basics auf keinen Fall fehlen!

Liebe Grüße, Nadine

Zutaten
Hoodie-Schnitt: Lieblingshoodie aus dem Buch "Jersey nähen - Easy Basics", genäht in Gr. 36
Beanie: Eigener Schnitt
Stoffe: Aus dem heimischen Stoffladen (der bald auch einen online-shop haben wird!)

Mittwoch, 10. August 2016

Erinnerungen an den Schulanfang

Könnt ihr euch noch an euren ersten Schultag erinnern? Als hätte man Geburtstag lag man am Abend vor dem großen Tag im Bett, aufgeregt endlich in die Schule gehen zu dürfen, Hausaufgaben zu bekommen und den riesigen Ranzen, den man schon wochenlang anschmachtet, endlich tragen zu dürfen. Ich weiß noch ganz genau, dass ich an meine Schulsachen nicht dran durfte und mir deshalb ein Mäppchen aus Pappe bastelte um damit zu spielen. Es hatte sogar Laschen für die Stifte und ließ sich zuklappen!


Die Schultüte ist wohl DAS Utensil des ersten Schultages.

Ich hatte eine rote Schultüte mit einem kuscheligen Felix-Hasen drauf, die zwar so gar nicht zum Bärchen-Ranzen (mit Lack!!!) und dem Janosch-Jeanskleid passte, aber die weltwunderschöne war, weil nur mein Papa beim Bastelnachmittag auf die Idee gekommen war, die feste Papp-Schablone hinter das Felix-Fell zu kleben, sodass meine Schultüte die einzige mit stehenden Hasenohren war ;-) Was drin war, weiß ich nicht mehr ganz genau, aber ich kann mich an bunten Puffreis und eine blaue Bastelschere erinnern. 
Die Tüte habe ich heute immer noch. Etwas lädiert und ausgeblichen liegt sie als einer der großen Schätze in meiner Erinnerungskiste. 



Nun ist es schon drei Jahre her, dass ich meinem Lieblingsmädchen in einer Nacht- und Nebelaktion das Einschulungskleid genäht habe. Frau Nachbarin hatte sie dazu im Schlaf vermessen und als sie am nächsten Morgen aufwachte, war Kleid schon so gut wie fertig. Nachtnähen - auch so etwas, das ich heute nicht mehr kann... 

Wie gerne hätte ich ihr damals auch noch die passende Schultüte genäht, die sie nach der Einschulung als Kissen hätte umfunktionieren können und die zusammengefaltet, platzsparend ohne Pappkern in die Erinnerungskiste hätte wandern können. Aber es sollte die im Kindergarten gebastelte Tüte sein. Umso größer war meine Freude, als ich Anfang des Jahres gefragt wurde, ob ich nicht eine Schultüte zu genau dem Ranzen des Lieblingsmädchens nähen könnte. Nichts ist schöner als Schultüten zu nähen! Die Gewissheit, dass das, was man näht, für immer in den Erinnerungen eines Menschen sein wird und quasi die eigene Leidenschaft konserviert für die Ewigkeit.


Liebe Greta, auch wenn du die Ferien noch etwas genießen darfst, ich wünsche dir eine wunderschöne Einschulungsfeier, eine tolle Lehrerin, liebe Mitschüler und dass die Tüte die pralle Füllung aushält! Mögest du jeden Tag mit Freude in die Schule gehen und in einigen Jahren mit einem lächeln im Gesicht an deinen ersten Schultag zurück denken.

Nadine 

Schnitt Schultüte: Ebook "Gestalte deine individuelle Schultüte" von Farbenmix
Material: Filz, Stoffe und Borten aus dem heimischen Stoffladen

Mittwoch, 27. Juli 2016

Kaninchen-Impfpasshülle Deluxe


Schon fast mein ganzes Leben lang haben wir Kaninchen. Immer um ihr Wohlbefinden bemüht, haben wir ihnen hier ein kleines Paradis geschaffen. 
Jeder, der uns kennt, weiß wovon ich schreibe ;-) Leider werden auch die glücklichsten Langohren mal krank und dann ist guter Rat teuer (im wahrsten Sinne des Wortes). 

Wir haben während des Semesters 8 Wochen um das Leben unserer Angora-Dame Tres gekämpft. Mit der großartigen Hilfe unserer Nachbarin haben wir es geschafft, dieses kämpfende Tier über drei Wochen lang fünf mal am Tag mit der Spritze zu päppeln, damit ich zur Uni fahren konnte. Wir haben Infusionen gelegt, Schmerzmittel gespritzt, das beste Heu und die leckersten Kräuter ran geschafft, Päppelbrei-Experimente angestellt. Unsere Küche sah letztlich so aus, wie Tier-Apotheke und Hexenküche in einem. Trotz aller Bemühungen mussten wir sie letztlich gehen lassen. Sie war einfach zu lange zu krank.


Eine regelmäßige Gewichtskontrolle, die Überwachung der Medikamentengabe und das Festhalten aller Auffälligkeiten und Diagnosen waren bei Tres lebenswichtig. Jeder Tierarzt musste wissen, wann sie welches Medikament in welcher Dosierung bekommen hatte und das, was er feststellte, musste wieder festgehalten werden. Meist tippte ich mir das schnell ins Handy, was aber nach kurzer Zeit unübersichtlich wurde. 

Mit einer genähten Kladde habe ich nun für die Zukunft Abhilfe geschaffen. Neben einem Ringbuch samt Stift, finden darin auch vier Impfpässe Platz. Ein praktisches Sichtfach für den nächsten Impftermin oder die Visitenkarte vom Tierarzt durfte auch nicht fehlen. So ist immer alles beisammen und griffbereit. 


Die Kladde habe ich ordentlich mit Decovil und Vlieseline Bügeleinlage verstärkt, sodass sie richtig schön hart geworden ist. Ja, ich stehe auf Bügeln ;-) Den Schnitt habe ich mir anhand der Maße der Sachen, die rein sollten, selber gebastelt. Eine Anleitung für das Annähen von Schrägband, besonders um die Ecken, findet ihr z.B. bei Farbenmix.

Obwohl ich so stolz auf die Kladde bin (darf man doch auch mal sagen oder?), hoffe ich, dass wir jetzt nicht so schnell von ihrem Nutzen profitieren müssen.

Liebe Grüße, Nadine

Zutaten
Schnitt: selber gebastelt
Stoffe: aus dem heimischen Stoffladen
Plotter-Datei: Silhouette Store
Farbiges Gummi: Farbenmix-Shop
Weltwunderschönstes Notizbuch: Gab es vor Jahren bei schoppidu.com

Donnerstag, 21. Juli 2016

Verschenke, was du selber gerne hättest


Beim Thema Essen bin ich ganz schön schwierig. Dabei kann man mich eigentlich ganz schnell glücklich machen - Kartoffelbrei, Eierpfannkuchen oder Spaghetti Bolognese gehen einfach immer! Leider schränkt das auch mein Frühstück ein und so ist der Blick in die Brotdose meist so ziemlich *gähn*. Seit einiger Zeit versuche ich mir morgens aber ein schönes Lunchpaket zu packen: Etwas Obst, etwas Gemüse, vielleicht mal ein Joghurt oder Quark neben der Stulle Brot schön angerichtet, da freue selbst ich mich über mein Frühstück. Noch schöner wäre mein Frühstück allerdings, wenn ich es nicht nur in einem Haufen Plastikdosen, sondern in einer hübschen Lunchbag mitnehmen könnte, dachte ich schon so manches mal.


Als das Wochenende mit meinen Nähmädels Laura, Maira und Elli näher rückte, wollte ich ihnen unbedingt auch ein Gastgeschenk mit auf den Heimweg geben können und dachte gleichzeitig darüber nach, wie ich die Mädels für ihre zum Teil echt lange Fahrtzeit versorgt bekomme. Da kamen mir wieder die Lunchbags in den Sinn und ich legte kurz vor der Ankunft der Mädels noch eine Extraschicht an der Nähmaschine ein, um sie damit überraschen zu können.

Und so haben die drei Mädels jetzt die weltwunderschönsten Lunchbags...


...und ich schleppe immer noch Plastikdosen.

Liebe Grüße, Nadine

Zutaten
Lunchbag: Schnitt (kleine Version!) und Tutorial von Pattydoo
Apfelstoff: Sweet Apple von Jolijou
Beschichtete Baumwolle und sonstiges Zubehör: aus dem heimischen Stoffladen

Dienstag, 12. Juli 2016

Ein oder drei Strick-Pullis


Nun ist unser Nähmädels-Wochenende schon eine Woche her und ich schwelge noch immer in den Erinnerungen. Zusammen nähen und fotografieren macht so viel Spaß. 

Neben unseren KimonoTees sind auch noch super coole Strick-Pullis nach dem Schnitt Lady Pullee von Nipsnaps für Maira, Laura und mich entstanden. Obwohl das Ebook in sich etwas unstringent ist, wird der Schnitt selbst wohl mein Schnitt des Jahres 2016. Ich mag den legeren, sportlichen und doch total schicken Sitz durch die Brustabnäher und die unterschiedliche Länge von Vorder- und Rückenteil sehr.

Den Stoff haben wir zufällig beim gemeinsamen Stoffladenbesuch entdeckt und er wurde noch am selben Abend vernäht.



VERnäht hatte ich mich dann tatsächlich... Meine Cover benahm sich unter den kritischen Blicken der Mädels so vorbildlich, dass ich gleich mal in Erwägung zog mit ihr zu experimentieren. Tunnelzug um die Ecke und Steg in der Mitte um die schon eingeschlagenen Ösen herum - Pah, das klappte wie am Schnürchen und es wäre so genial geworden, hätte ich da nicht einen miesen Denkfehler gehabt. Laura und Maira hatten ihre Ösen in den oberen Bereich der Kapuze eingeschlagen um einen normalen Tunnelzug zu arbeiten und ich hatte betriebsblind gleich mitgemacht. Aber ich wollte doch wieder meine Raffkapuze wie beim Schwalben-Hoodie und dafür hätte ich die Ösen in den unteren Bereich der Kapuze schlagen müssen... Nichts zu machen, die Ösen saßen drin. Zu allem Übel reichte dann noch nicht mal der Reststoff von drei Strickpullis um eine neue Kapuze zuzuschneiden... - Eine Zerreißprobe für meinen Perfektionismus.

Inzwischen habe ich mich mit dem Malheur abgefunden und die Kapuze bleibt wie sie ist. Der Stoff fällt so weich, dass sich die Kapuze auch so toll um den Hals schmiegt.


Mit ein paar kleinen Details aus SnapPap ist er ein schlichtes und doch besonderes Basicteil, dem man das Selbstgenähte nicht direkt ansieht. Genau so mag ich es. Ein Lieblingsteil mit besonderer Erinnerung... Pulli-Schwestern!


Danke an Elli, die das tolle Bild von uns gemacht hat!

Liebe Grüße, Nadine

Zutaten
Schnitt: Lady Pullee von NipNaps (alle Gr. XS)
Stoff: aus dem heimischen Stoffladen
Leder: SnapPap von Snaply

Mittwoch, 6. Juli 2016

Miteinander (#lächelnvonhinten)


Lange Zeit fühlte ich mich allein unter den ganzen Mami-Nähblogs. Obwohl Alters- und Generationenunterschiede bei einer gemeinsamen Leidenschaft eine untergeordnete Rolle spielen, ich natürlich trotzdem die Mami-Nähblogs lese und auch einige von ihren Verfassern persönlich kennenlernen durfte, bin ich froh, inzwischen eine handvoll junger Blogger in der Nähszene gefunden zu haben.

Nachdem ich erfuhr, dass einige dieser Bloggerkolleginnen in diesem Jahr nicht am Lillestofffestival teilnehmen, schlug ich vor, unser eigenes Treffen zu machen. Nach wochenlanger Vorfreude durfte ich Freitag Abend Maira (selbstgenähtesvonmairao), Elli (Lockenkind) und Laura (Schwesterherz) vom Bahnhof abholen. Bis zu 6 Stunden Fahrt hatten die Mädels auf sich genommen um nach Ostwestfalen zu kommen. Schade, dass Fredi (Seemannsgarn) und Anna (Funkensprüherin) wegen Klausurphase und Terminüberschneidung leider nicht kommen konnten, aber Mädels, wir machen das nochmal!


Am Samstag setzte mein Zeitgefühl vollständig aus. Wir hatten so unglaublich viel Spaß. Nachdem wir am ersten Abend natürlich *früh* ins Bett gingen, zu viel hatten wir uns zu erzählen, stand am Samstag Morgen erstmal ein Pflichtbesuch im Stoffladen auf dem Programm. Dort entstand auch unser Hashtag #lächelnvonhinten, als ich die Mädels von hinten beim Stoffabschnitt fotografierte und Elli dabei ihr breitestes lächeln aufsetzte. Ist ja voll wichtig zu lächeln, wenn man fotografiert wird ;-) Wer bei instagram unterwegs ist, findet unter dem Hashtag noch einige Momentaufnahmen des Wochenendes.

Anschließend stellten wir mein Nähzimmer auf den Kopf. Mika von DU LIEBST ES hatte jedem von uns Stoff für ein Kimono Tee zur Verfügung gestellt. DANKE! Das wollte genäht werden! Von einer lieben Bekannten konnte ich eine zweite Näh- und eine zweite Overlock-Maschine ausleihen, sodass die Mädels bei allem Umgesteige nicht auch noch ihre Maschinen mitschleppen mussten. Das ging auch total gut. Durch Zuschnitt und Gestecke, konnten wir uns gut abwechseln. Es ist erstaunlich, wie viel man schafft, wenn man nicht schaffen muss! Am Ende des Tages hatte jeder von uns ganz entspannt mindestens zwei Teile genäht. Der Tag kam mir so ewig vor - aber eben dieses schöne Ewig, bei dem man sich jedem Moment bewusst ist und ihn inhaliert. 

Pünktlich um 21 Uhr saßen dann vier Nationaltrainerinnen in ihren neuen Oberteilen vor dem Fernseher, die beim Elfmeterkrimi der Nationalmannschaft mitfieberten. Ich möchte schwören, das ganze Dorf hat uns gehört. Ich habe seit dem Abpfiff übrigens keine Stimme mehr. 



So unendlich mir der Samstag vorkam, so schneller verging die Zeit am Sonntag. Nach einem späten Frühstück (wir waren aus Gründen ja wieder *früh* im Bett), schafften wir es eigentlich nur noch unsere Werke zu fotografieren und ein paar letzte Nähte zu schließen. 

Hatten wir uns bisher nur zum Teil und flüchtig auf dem Lillestofffestival 2015 getroffen, waren wir sofort auf einer Wellenlänge. Es ist so ein unglaublich toll, wenn Worte wie "Saumbeleg, Nahtzugabe und covern" mit einer Selbstverständlichkeit die Lippen wechseln, wofür man vom normalen Freundeskreis sonst nur schief angeschaut wird. Nicht verwunderlich, dass zum Abschied Tränen flossen und wir alle ein schnellstmögliches Wiedersehen versprachen. 


Hinter jedem Blog steckt ein Mensch und in jedem Blogger ein Gleichgesinnter (Manchmal habe ich das Gefühl, dass dies vergessen wird). Wir sollten uns Leserzahlen, Kooperationen und "schneller, höher, besser" zum Trotz öfter daran erinnern, dass wir miteinander und nicht gegeneinander bloggen!

Was an diesem Wochenende sonst so entstand, zeige ich beim nächsten mal.

Liebe Grüße, Nadine